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2003/2004


Ustorf erhöht den Erfolgsdruck

Der Kapitän der Nationalmannschaft gibt Freitag bei den Kölner Haien sein Debüt für die Pinguine mit der Nummer 19. Die trug einst auch Butch Goring.

Krefeld. Für Trainer Butch Goring ist es wie ein Blick in die Vergangenheit: Er trug in seiner aktiven Zeit nur zwei Rückennummern: die "91" in New York und die "19" in Los Angeles. Nun tragen seine beiden Hoffnungsträger genau diese Nummern. Denn Freitagabend bei den Kölner Haien wird Neuzugang Stefan Ustorf mit der "19" aufs Eis gehen.
Zusammen mit seinen neuen Nebenleuten Steffen Ziesche und Pascal Appel bildet er dann die "German Connection". Denn die "French Connection" Guillet/Beaucage/Bertrand ist als Trio ebenso überzeugend wie es die "NHL-Connection" um Yake/Herperger/Selivanov andeutete. Bleibt nur die Formation vier als ein Trio der Namenlosen: Grygiel/Lanier/Rodman.

Neuzugang Stefan Ustorf, dessen Vertrag quasi während der Pressekonferenz am Donnerstag von KEV-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer gegengezeichnet wurde, bringe die Mannschaft deutlich vorwärts, so Goring. Viel Vorschusslorbeeren für einen Akteur, der seit vier Wochen im Zwangsurlaub ist.

Und er beschert dem Trainer ein Luxus-Problem: Zu viele Spieler für zu wenig Plätze, sprich Konkurrenzkampf. Beispiel Alexander Dück: Vom Trainer schon früh in der Saison als "nicht tauglich" fast ausgemustert, soll er nun einspringen, wenn "Shayne Wright oder Daniel Kunce unkonzentriert" seien. Dück habe in den letzten Wochen gezeigt, was er könne, kommentierte Goring diese überraschende Wendung.

Wenn es denn eine Wendung ist. Denn zu sehr scheint dem Kanadier ein alter NHL-Lehrsatz in den Ohren zu liegen: "Wenn deine Top-Spieler nicht top spielen, dann hast du als Trainer ein Problem."

Folglich schenkt er auch schwächelnden Top-Spielern viel Eiszeit. Und so überrascht es nicht, dass Freitagabend wieder das Abwehrduo Kurtz/Wright aufläuft. Derzeit eher zwei Hoffnungs- denn Leistungsträger.

Gleich beides sollen aber die beiden ehemaligen Rückennummern Gorings, beziehungsweise ihre Träger vereinen. "Selivanov ist ein perfekter Spieler", sagt Goring. "Er ist alles andere als ein typisch russischer Spieler", assistiert sein "Co" Gary Clark, er sei eher gradlinig, ohne die typische Scheibenverliebtheit.

Dazu Ustorfs Einsatzfreude und Erfahrung aus unter anderem 54 NHL-Spielen für die Washington Capitals - kein Wunder, dass die Pinguin-Fans wieder hohe Erwartungen hegen.

Was ausgerechnet Daueroptimist Goring wieder dämpft. "Wir haben jetzt in vier Spielen zehn von zwölf Punkten geholt, aber sind immer noch weit von den Play-off-Plätzen weg. Wir dürfen uns in Zukunft kein Wochenende ohne Punkte erlauben, sonst ist der Rückstand auf einmal wieder riesig groß."

Daher ist Gorings "ich hoffe auf sechs Punkte am Wochenende" nicht wirklich überraschend. Nach dem Stoppen des freien Falles dürfe man nun nicht wieder stolpern, um nicht ganz tief zu fallen. "Wir haben uns selbst die Probleme geschaffen, jetzt sind wir die einzigen, die sie auch lösen müssen."

Was seit Donnerstag umso mehr gilt. Schließlich ist Ustorf ein wirtschaftlicher Kraftakt, der laut Geschäftsführer Wolfgang Schäfer außerhalb des Pinguin-Etats finanziert wurde.

Auch wenn er sich beeilt zu sagen, dass "hoch gerechnet auf das, was Ustorf bei uns erhält, ist er mit Sicherheit nicht unter den teuersten Spielern der DEL." Wie auch immer: Mit Ustorf ist der Erfolgsdruck für die Pinguine noch weiter gestiegen.

Von Thomas Klein
 

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2003/2004


"Adler" Ustorf ist im Anflug

Vor Wochen bereits auf der Wunschliste, soll der Kapitän der Nationalmannschaft helfen, die Pinguine in die Play-off-Plätze zu führen.

Krefeld. Mit Nationalmannschafts-Kapitän und Ex-NHL-Profi Stefan Ustorf wollen die Krefeld Pinguine noch einen neuen starken Angriffsspieler verpflichten. Der 29-jährige Vollblutstürmer, der bei Adler Mannheim seit 2001 unter Vertrag steht, und der vor drei Wochen suspendiert wurde, soll dabei mithelfen, die Krefelder in die Play-off zu führen.

Nachdem Pinguine-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer Mittwoch ein Gespräch mit Ustorf führte, will dieser am Donnerstag die Auflösung seines Vertrages in Mannheim erreichen, um danach in Krefeld den Kontrakt bis Saisonende zu unterschreiben. Im Sommer wird Ustorf zu den Eisbären Berlin mit einem Dreijahres-Vertrag wechseln.
Eine Verpflichtung scheiterte jetzt, weil die Berliner kein Geld mehr für einen neuen Mann ausgeben wollten. "Es wäre schön, wenn Ustorf am Freitag in Köln spielen könnte, wahrscheinlicher ist aber erst Sonntag", sagte Schäfer.

Stefan Ustorf, der in der letzten Saison 14 Tore und 15 Assists bei Mannheim hatte und in den bisher für die Adler 15 absolvierten Spielen erst einen Treffer und neun Vorlagen erreichte, wird ohne Familie nach Krefeld kommen. Frau und Kinder fliegen in die USA, wo die Ustorfs ein Anwesen haben und werden erst zur nächsten Saison wieder nach Deutschland kommen.

Über die Gründe zur Trennung von den Adlern wollten sich weder Ustorf noch Mannheims Manager Markus Kuhl konkret äußern. Die Kontakte zu Ustorf und dessen kanadischen Manager Brad Kellington hatte Pinguine-Aufsichtsrats-Vorsitzender Wolfgang Schulz geknüpft, der sich auch um die Finanzierung des Gehaltes kümmern will.

Schäfer zur Finanzierung des Transfers: "Unser Etat ist völlig ausgereizt, die Verpflichtung von Alexander Selivanov war nur durch einen zusätzlichen Kraftakt der Gesellschafter und durch die Einsparung bei Thomas Brandl möglich. Das Gehalt von Ustorf muss erst einmal außerhalb des Etats liegen." Die Größenordnung dürfte bei rund 120 000 Euro brutto für die vier Monate von Dezember bis März liegen.

Für Trainer Butch Goring, der in die anstehende Verpflichtung eingebunden ist, ergibt sich nun die sportliche Möglichkeit, mit drei starken Angriffsreihen die Aufholjagd auf die Play-off-Ränge anzugehen. Denn nur das Ziel Play-off und die Tatsache, dass man vor dem Einzug in die neue Arena im Dezember 2004 sportlich auch attraktiv bleiben will, sind der Hintergrund für den zusätzlichen Kraftakt.

HINTERGRUND
Folgt man der Bewertung der Fachzeitschrift "Eishockey-News" haben die Pinguine bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft nur mittelmäßig eingekauft. In der Analyse wird deutlich, wo der Schuh drückt in der Abwehr.

Von den 13 bewertete Neuzugängen werden Beaucage, Guillet, Appel und Kelleher als "Guter Griff" eingestuft. "Im Soll" liegen Bertrand, Herperger und Janka. Unter "Enttäuschung" geführt werden Kurtz, Wright, Luongo und Dück, "Fehleinkäufe" sind Yake und Rodman. Als Top-Einkauf ist keiner genannt.

Von Walther Lenders
 

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2003/2004


KEV: Playoff-Plätze noch in weiter Ferne

Der kurze Höhenflug der Pinguine bringt nur minimale Fortschritte in der DEL-Tabelle.

Krefeld. Wie eminent wichtig die zehn Punkte aus den letzten vier Spielen für die Krefeld Pinguine mit Blick auf die Play-offs waren, verdeutlicht ein Blick auf die Tabelle. Mit 30 Punkten und 23 absolvierten Spielen liegen die Pinguine immer noch sieben Zähler hinter dem begehrten achten Platz. Berücksichtigt man zudem, dass die Krefelder schon ein Spiel mehr Vorgriff auf den Spengler-Cup Ende Dezember absolviert haben, so kann der Abstand noch anwachsen.
Gorings Truppe ist also auch in den nächsten Spielen zum Siegen verdammt, will sie nicht erneut zurückfallen. Mut für die Operation "Playoff" macht die deutlich bessere spielerische Leistung gegenüber den Begegnungen bis Mitte November.

"Wir sind wieder zurück, was die wichtigen Dinge im Spiel angeht", freut sich Trainer Butch Goring, "wir spielen disziplinierter, stehen besser in der Abwehr und haben nach vorne mehr Durchschlagskraft." Der Russe Alexander Selivanov, der als letzter Ausländer in der Vorwoche die noch freie Kontingentstelle belegte, ist für Goring ein echter Gewinn: "Er wird uns helfen, denn jetzt haben wir zwei spielstarke Angriffsreihen."

Aus den nächsten drei Spielen erwarten die Pinguine wieder mindestens sechs Punkte, um dran zu bleiben. Dazu führt der Weg zuerst am Freitag nach Köln, wo es eine Neuauflage des Play-off-Finales in der Arena geben wird. Danach folgen die Heimspiele gegen Kassel Huskies (Sonntag, 30. November) und gegen die Iserlohn Roosters (Freitag, 5. Dezember).

Dazu könnte das Team, vorausgesetzt keiner verletzt sich, endlich wieder komplett spielen. Justin Kurtz wird nach seiner Adduktoren-Verletzung am Freitag wieder dabei sein, hinter dem Einsatz von Pascal Appel (Blinddarmoperation) steht noch ein kleines Fragezeichen.

Von Walther Lenders
 

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2003/2004


Goring nüchterner Sieger

Der Trainer der Pinguine hat das geforderte Ultimatum übertroffen. Mit dem 4:3-Penaltysieg gegen Augsburg holte er einen Punkt mehr als gefordert.

Krefeld. Ein 4:3-Penaltysieg gegen die Augsburger Panther rundete die erfolgreichste Woche der Krefeld Pinguine in dieser Saison ab: Vier Siege und zehn Punkte aus vier Spielen. Das vor zehn Tagen von den Gesellschaftern gestellte Ultimatum mit sechs Punkten aus den drei Spielen gegen Iserlohn, Berlin und Augsburg hat Goring mit sieben Zählern sogar übertroffen. Sein "Trainer"-Stuhl ist wieder fest geschraubt.
Letzte Zweifel an dem Aufwärtstrend der vergangenen Tage beseitigte die Mannschaft mit zwei guten Spieldritteln gegen die Panther, honoriert von den Fans mit dem Gesang: "Ole` super KEV" und der Begeisterung bei der Ehrenrunde. Besonders gefeiert wurden dabei "Penaltykiller" Robert Müller und der neue Stürmer Alexander Selivanov.

Das belebende Element einer zweiten guten Sturmreihe mit Terry Yake, Chris Herperger und Alexander Selivanov und die Disziplin, von Trainer Butch Goring gefordert und vom Team eingehalten, sind die Garanten für den Aufwärtstrend der Pinguine. Ohne die Verdienste der "French Connection", die auch am Sonntag wieder mit viel Eiszeit den Gegner durcheinander wirbelte, zu schmälern das Pinguine-Team spielt jetzt mit mehr Kreativität und Durchsetzungsvermögen.

Das Tor des Tages blieb dem Youngster Adrian Grygiel überlassen. Er verdiente sich "standing ovations" der Fans, als er in der 16. Minute aus dem eigenen Drittel heraus einen furiosen Angriff startete, die gegnerische Abwehr überlief und Torhüter Magnus Eriksson überwand. Da wurden Erinnerungen an den früheren "Eishockey-Gott" Johnny Walker wach, der zu seiner Glanzzeit ähnliche Treffer als Markenzeichen hatte.

Das war im ersten Drittel, welches von beiden Teams dynamisch, rasant und fesselnd gestaltet wurde es war der beste Spielabschnitt der Saison in der Rheinlandhalle. Da kann man das schwächere Mitteldrittel mit zwei Augsburger Treffern verzeihen. Im Schlussabschnitt steigerten sich die Pinguine, spielten mit viel Eifer und Einsatz und trafen durch Robert Guillet bei Überzahl zum 3:3.

Trainer Goring, sichtlich vom packenden Spiel mit glücklichem Ausgang gezeichnet, fand lobende Worte für sein Team: "Wir haben auch nach dem Rückstand nicht aufgegeben, Charakter gezeigt und uns den Zusatzpunkt verdient. Augsburg war ein sehr starker Gegner."

Statistik

Krefeld Pinguine - Augsburg Panther 4:3 (2:1, 0:2, 1:0/1:0) n.P.
Pinguine: Müller Kunce/Dyck, Luongo/Kelleher, Wright/Dück Bertrand/Beaucage/Guillet, Yake/Herperger/Selivanov, Grygiel/Lanier/Ziesche, Rodman, Raubal
Tore: 1:0 (2:41) Herperger (Bertrand/Yake), 1:1 (8:19) Lukes (Anderson/Arendt), 2:1 (15:05) Grygiel (Dyck/Ziesche), 2:2 (22:30) Wren (Moeser/Barta), 2:3 (38:25) Delisle (Fortier/Beardmore), 3:3 (50:45) Guillet (Herperger/Selivanov), Penaltyschießen Guillet
Zuschauer: 3 287
Schiedsrichter: Deubert (Schweinfurt)
Strafminuten: Krefeld 8, Augsburg 6

Von Walther Lenders

 

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2003/2004


Selivanov, die II.: Russe im Anflug


Die Krefeld Pinguine buhlen um den russischen Stürmer und wollen heute in Iserlohn weiter Boden gut machen.


Krefeld. Bekommen die Krefeld Pinguine doch noch einen russischen Stürmer mit der Rückennummer 77? Am Montagverdichteten sich die Gerüchte, dass der früher bei den Frankfurt Lions (61 Scorerpunkt in 2001/2002) spielende Alexander Selivanov, der im August einen Kontrakt beim russischen Erstligisten Magnitogrosk Metallurg vorgezogen hatte, doch noch zu den Pinguinen wechselt. Angeblich soll sich Selivanov derzeit in seiner russischen Heimat nicht wohlfühlen: Er will zurück in die DEL. Pinguine-Trainer Butch Goring sagte: "Ich wollte Selivanov schon im Sommer haben."
Als sein Name dann aber durch eine Indiskretion Selivanov tauchte im Fanshop schon mit dem Trikot 77 auf schon vorzeitig bekannt wurde, gab es weitere Interessenten und die Pinguine schauten in die Röhre. Goring: "Ein interessanter Mann, der uns verstärken würde." Offiziell wurde der mögliche Wechsel noch nicht bestätigt, aber auch nicht in Abrede gestellt.

Gorings Konzentration gilt erst einmal der heutigen Partie bei den Iserlohn Roosters: "Ein sehr wichtiges Spiel, das uns bei einem Sieg wieder auf die Play-offs hoffen lässt." Drei Punkte fordert der Trainer also. Iserlohn verlor am Sonntag nach 2:0-Führung in Nürnberg mit 2:7 und steht da, wo die Pinguine zuletzt waren, auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die heutige Begegnung ist vorgezogen worden, weil die Pinguine zum Jahreswechsel am Spengler-Cup in Davos teilnehmen.

Personelle Änderungen gibt es nur in der Abwehr, da Chris Kelleher aus dem Babyurlaub heute zurück kommt und am Abend in Iserlohn (20 Uhr) spielen soll. Fehlen wird noch Justin Kurtz, der nach seiner Adduktorenzerrung frühestens in der nächsten Woche wieder auflaufen soll. "Wir müssen weniger Fehler machen und mehr Selbstbewusstsein zeigen", hofft Butch Goring, dass sein Team die Hürde Iserlohn nehmen kann.

Und dann lobt er: "Chris Herperger hat gegen Freiburg ein sehr gutes Spiel gemacht. Ich hoffe, dass er auch in Iserlohn wieder trifft." Und Gary Clark, sein Assistent ist sicher: "Wenn wir so gut wie am letzten Freitag in Frankfurt bei der 2:3-Niederlage spielen, dann werden wir in Iserlohn gewinnen."

Eine Verbesserung in der Tabelle würde ein Sieg noch nicht mit sich bringen, aber der Abstand zu den Play-off-Plätzen könnte auf zwei Punkte schmelzen. Dass Butch Goring auch in Iserlohn arg unter Druck steht, macht den Trainer nicht nervös. "Ich habe schon kritischere Situationen gehabt und überstanden."


Von Walther Lenders


 

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2003/2004


Nagelprobe für Meistertrainer

Das Ultimatum für Krefelds Coach Butch Goring wurde nach dem 5:3 gegen Freiburg verlängert. DEG gewinnt 2:1.

Krefeld/Mannheim. Dem Mann war es sichtlich unangenehm: Als die KEV-Fans Sonntag Abend bei der Ehrenrunde auch den Trainer aufs Eis riefen, da stellte sich Butch Goring schüchtern lächelnd und leicht winkend an den Bandenrand. Denn der mühevolle 5:3-Erfolg (3:0, 1:2, 1:1) in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen Schlusslicht Freiburg war keineswegs der erhoffte Befreiungsschlag für die angeschlagenen Krefeld Pinguine geschweige denn für den Trainer. Pinguin-Boss Wilfrid Fabel stellte klar: "Die nächsten Spiele in Iserlohn und in Augsburg werden die Nagelprobe sein."
Sechs Punkte aus drei Spielen, heißt die Messlatte. Ultimatum verlängert nicht zurückgenommen. Denn wie die Pinguine nach einer schnellen 4:0-Führung (Grygiel, Beaucage, Herperger, Betrand) durch einen einzigen Gegentreffer ins Wanken gerieten, das konnten nur die eingefleischtesten Fans mit dem Argument "Hauptsache gewonnen" übertünchen. Beide Mannschaften ließen nur selten Zweifel aufkommen, warum sie ganz am Ende der DEL-Tabelle stehen. Erst Herpergers zweiter Treffer (42.) sorgte etwas für Ruhe allerdings wohl nur für die vor dem nächsten Sturm.

Indes: Meistermacher Goring kann immer noch auf seinen Bonus bei den Zuschauern zählen, wenn auch ihre Anfeuerungen etwas wie das Pfeifen im Walde klangen. Da trafen sich Fans und Idol. Goring: "Wir brauchten den Sieg dringend, hoffentlich gelingt es uns auch in Iserlohn am Dienstag." Hoffen tun sie nun alle in Krefeld, aber immer mehr Anhängern fehlt der Glaube an den Meistermacher.

Dagegen liegen die DEG Metro Stars momentan in der Erfolgsspur. Nach dem verpatzten Saisonstart kam das Team von Trainer Michael Komma am Sonntag zum fünften Sieg in Serie. Obwohl die Düsseldorfer beim 2:1-Sieg nach Penaltyschießen in Mannheim ohne ihren grippekranken Coach Michael Komma auskommen mussten, der zu Hause "mitfieberte", setzte sich die DEG auch bei dem angeschlagenen Mitfavoriten um den DEL-Titel durch.

An der Bande stand Co-Trainer Walter Köberle, der seinen Chef gewohnt souverän vertrat. "Wir hätten auch sechs Tore kassieren können. Aber die Leistung von Andrej Trefilov war sensationell. Am Ende hatten wir den Sieg dann auch verdient", sagte Köberle. Der 34-jährige Trefilov war nach auskurierter Steißbein-Operation ein absolut starker Rückhalt.

Der Russe im DEG-Tor entschärfte nicht nur mehrere hundertprozentige Chancen der Adler, sondern hielt auch alle Penalties. Nachdem Düsseldorfs Hohenberger (50.) die Mannheimer Führung durch Corbet (28.) ausgeglichen hatte, verwandelte DEG-Nationalspieler Daniel Kreutzer den entscheidenden Penalty.

 

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Pinguine-Sieg mit Hängen und Würgen

Die Durststrecke ist beendet: Am Sonntagabend gab es in der Rheinlandhalle einen glanzlosen 5:3-Erfolg gegen den Tabellenletzten der DEL.

Krefeld. Am Ende zählte nur der Sieg. Als der schwache Schiedsrichter Heiko Dahle aus Berlin nach 60 Spielminuten die Abstiegspartie gegen Freiburg in der Rheinlandhalle abpfiff, da fiel den Verantwortlichen der Krefeld Pinguine erst einmal ein Stein vom Herzen und die Fans jubelten, als hätten die Krefeld Pinguine gerade die Play-off-Teilnahme erreicht. Die Ansprüche sind bescheiden geworden. Natürlich wussten auch die Fans, dass dieser Sieg alles andere als klangvoll war, aber es war eben ein Sieg nach langer Durststrecke, der zumindest etwas Hoffnung aufkeimen lässt. Und so wurde bei der abschließenden Ehrenrunde auch Trainer Butch Goring aufs Eis gebeten und bejubelt. Ein wenig Meisterbonus steckt da doch noch drin. Und natürlich die Hoffnung auf bessere Eishockey-Zeiten.
Legt man die Messlatte bei der eigentlich vor der Saison erhofften Spitzengruppe an, so muss man von einer grottenschlechten Partie sprechen. Geht man aber vom Tabellenstand der beiden Kontrahenten aus und spürt, dass beiden trotz der frühen Saison das Abstiegsgespenst schon im Nacken steckt, dann fällt das Urteil sicherlich milder aus. Man kann keine schwache Leistung verstecken, aber Fehler und Mängel sind in dieser Situation verzeihlicher. Die Nagelprobe kommt für die Pinguine noch früh genug, und beginnt bereits am Dienstag beim Tabellennachbarn Iserlohn.

Dabei war der Auftakt vor 2884 Zuschauern dank Fehler der Freiburger Wölfe und der Überzahltore zumindest für die Zuschauerränge recht ansprechend. 3:0 hieß es nach 15 Minuten durch Tore von Adrian Grygiel (4.), Marc Beaucage (14.) und Chris Herperger (15.), doch dann waren die Pinguine mit ihrer Spielkunst am Ende. Zuerst fielen sie ins Mittelmaß, später teilweise ins Zweitligaformat zurück, und machten sich fortan das Leben selber schwer.

Ein Glück, dass in der 23. Minute Eric Bertrand noch in Überzahl das 4:0 markieren konnte. Die Freiburger Wölfe wurden nicht besser, aber die Pinguine schlechter. Und so schrumpfte glatte Vorsprung durch zwei Gegentreffer bis zur zweiten Drittelsirene auf 4:2 zusammen. Dumme Fehler, beide aus Nachlässigkeit der Abwehr.

Mit seinem zweiten Treffer erlöste Chris Herperger nicht nur die Fans, auch Trainer Butch Groing eingangs des Schlussabschnittes. Die Partie war damit gelaufen, auch wenn Freiburg 83 Sekunden vor Spielende noch zu seinem dritten Treffer kam. Bei den Pinguinen fehlte neben Pascal Appel (Operation) und Chris Kelleher (Babyurlaub) am Sonntag auch noch Justin Kurtz mit Adduktorenzerrung. Aber wie sagt man: "Es ist noch einmal gut gegangen."

Krefeld Pinguine - Wölfe Freiburg 5:3 (3:0, 1:2, 1:1)
Pinguine: Müller Wright/Luongo, Dyck/Kunce, Raubal/Dück Bertrand/Beaucage/Guillet, Ziesche/Herperger/Yake, Rodman/Lanier/Grygiel
Tore: 1:0 (3:34) Grygiel (Lanier/Dyck), 2:0 (13:31) Beaucage (Herperger/Yake), 3:0 (14:25) Herperger (Guillet), 4:0 (22:46) Bertrand (Wright/Beaucage), 4:1 (31:32) Boon (Mares/Bousquet), 4:2 (36:31) Stas (Mares/Spylo), 5:2 (41:09) Herperger (Wright/Yake), 5:3 (58:37) Zelenka (Faith/Korinek)
Zuschauer: 2 886
Schiedsrichter: Dahle (Berlin)
Strafminuten: Krefeld 24, Freiburg 26 plus 10 Disz. für Bousquet

ERHÄLT GORING VERSTÄRKUNG ?

Krefeld. Trainerfreundin Paula strahlte, Butch lächelte und Wolfgang Schultz atmete tief durch: Der 5:3-Sieg über die Freiburger Wölfe, ein Pflichtsieg und die vorläufige Rettung von Trainer Butch Goring, wie Wilfrid fabel und Wolfgang Schultz bestätigten. Jetzt hat der Coach, der am Sonntag selber sagte: "Wenn man mich feuern will, dann feuert man mich, so ist Eishockey", wieder eine Schonfrist von drei Spielen. "Erst nach dem Heimspiel gegen Ausgburg werden wir beraten, wie es weitergeht" versicherte Wilfrid Fabel und Geschäftsführer Wolfgang Schäfer meinte: "Sechs Punkte erwarten wir schon aus den drei Spielen in Iserlohn, in Berlin, gegen Augsburg." Für Goring ist im übrigen, wie die WZ erfuhr, im Vertrag eine Abfindung bei einer Trennung eingebaut, die unabhängig vom Zeitpunkt der Beurlaubung ist. Doch Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Schulz hofft, dass man um einen Rausschmiss des von den Fans auch am Sonntag gefeierten Trainers: "Wenn Goring gehen muss, gehen wir auch" (noch) herumkommt.

Dafür möchte man, wenn es klappt, noch in dieser Woche mit einem neuen, torgefährlichen Stürmer aufwarten. Der Name ist noch "top-secret". Wenn alles klappt, könnte der schon am kommenden Wochenende spielen. Hoffnung also mit Butch Goring , auf Punkte und auf einen "Neuen."

Von Walther Lenders
 

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2003/2004


2:3 - Pinguine mit leeren Händen

Die erste ordentliche Leistung nach langer Durststrecke wurde nicht belohnt. Bei den Lions verlor der Deutsche Eishockey-Meister mit 2:3. Am Sonntag folgt das Schicksalsspiel.

Frankfurt. Das war bitter. Die Krefeld Pinguine lieferten beim Spitzenreiter Frankfurt Lions ein ordentliches Spiel ab, doch am Ende verließen die Spieler und Trainer Butch Goring mit hängenden Köpfen das Eis. Zweimal hatten die Gäste geführt, doch am Ende blieben die drei Punkte in der Main-Metropole. Der 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)-Sieg der Frankfurter vor 6 200 Zuschauern war etwas glücklich. Jetzt müssen die Pinguine am Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Freiburg (18.30 Uhr) nicht nur engagiert auftrumpfen, sondern auch einen glatten Sieg landen, wollen sie den "Kopf" ihres Trainers Butch Goring noch retten.
So jedenfalls sieht es ein Ultimatum vor, das von den Gesellschaftern der Pinguine ausgegeben wurde. Gegen den Aufsteiger Freiburg, der bisher nur zehn Punkte sammeln konnte, hatte für Krefeld Ende September die lange Niederlagenserie begonnen.

"Vielleicht klaut Robert Müller den Frankfurtern die Punkte", hatte der kanadische Cheftrainer des KEV, der weiter mächtig unter Druck steht, sich vor der Partie gewünscht. Der Meistergoalie wartete dann auch mit einer guten Leistung auf, doch er konnte die knappe und unglückliche Niederlage letztlich auch nicht verhindern, weil der Frankfurter Robert Reichel ihn in der 55. Minute mit einem "Bauerntrick" zum 3:2-Endstand überraschte.

Mit Rob Guillet (gesperrt) Pascal Appel (operiert) und Chris Kelleher (Babyurlaub) fehlten Goring am Freitag drei Stammspieler.

Die mitgereisten Krefelder Fans staunten nicht schlecht. Im ersten Spielabschnitt waren ihre Pinguine das spielbestimmende Team, gingen auch verdient in der 12. Minute durch Marc Beaucage (8. Saisontreffer) mit 1:0 in Führung. Eric Bertrand hätte bei zwei guten Möglichkeiten die Führung noch erhöhen können, doch da war Lions-Keeper Ian Gordon auf dem Posten. Bertrand holte das Tor aber in der 29. Minute zum 2:1 für die Pinguine in Überzahl nach.

Dazwischen lag der 1:1-Ausgleich durch Paul Stanton. Als Daniel Kunce in der 38. Minute in der Kühlbox saß, konnte Peter Ratchuk mit dem zweiten Überzahltor der Gastgeber den 2:2-Ausgleich markieren.

Erstaunlich selbstbewusst spielten die Krefelder eingangs des Schlussdrittels, hatten mehrere gute Möglichkeiten zur erneuten Führung. Doch Chris Herperger scheiterte freistehend ebenso wie Eric Bertrand. So tickte die Uhr gegen den Meister. Eine Sekunde vor Spielende nahm Frankfurts Trainer Chernomaz noch eine Auszeit. Aber da war es für die unglücklichen Krefelder schon zu spät.

Pinguine-Trainer Butch Goring registrierte einen Aufwärtstrend. "Meine Mannschaft hat gut gefightet, auch nach dem Rückstand. Leider sind wir nicht belohnt worden. Sein Frankfurter Kollege Rich Chernomaz bemerkte: "Im ersten Drittel waren wir schwach. Dann haben wir uns die Tabellenführung wieder zurück erobert."

Statistik

Frankfurt Lions - Krefeld Pinguine: 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)
Pinguine: Müller Kurtz/Luongo, Kunce/Dyck, Wright/Dück Bertrand/Beaucage/Raubal, Herperger/Yake/Ziesche, Grygiel/Lanier/Rodman
Tore: 0:1 (11:52) Beaucage (Bertrand), 1:1 (27:45) Stanton (Lebeau/Ratchuk), 1:2 (28:59) Bertrand (Rodman/Wright), 2:2 (37:11) Ratchuk, 3:2 (54:30) Reichel
Zuschauer: 6 200
Schiedsrichter: Petr Chavtal (Waldkraiburg)
Strafminuten: Frankfurt 20, Krefeld 16
 

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2003/2004


Gorings "Schicksalsspiele"

Entscheiden die Spiele Freitag gegen den Primus der DEL, Frankfurt, und am Sonntag gegen Freiburg, über die Zukunft des Pinguine-Trainers?

Krefeld. Die Uhr tickt unbarmherzig gegen Butch Goring. Laut und auch nicht mehr abzustellen. Doch der Meistertrainer klammert sich an den letzten Strohhalm. "Robert Müller muss den Frankfurtern die Punkte stehlen", hofft er, dass sein Goalie wieder solch überragende Leistungen im Pinguine-Tor bringt wie bei den entscheidenden Play-off-Begegnungen der letzten Saison. Und der 54-jährige Kanadier ahnt auch: "Wenn wir am Sonntag gegen Freiburg nicht gewinnen, dann gibt es keine Entschuldigung mehr."

In dieser äußerst prekären Situation darf natürlich die Forderung nach Verstärkungen nicht fehlen. "Ein, zwei neue Spieler hätte ich schon gerne. Namen habe ich auch schon genannt. Aber es ist offensichtlich kein Geld da", glaubt Goring derzeit nicht daran, dass ihm die Gesellschafter die Forderung nach neuen Spielern erfüllen werden. Andererseits lobt er auch den Kader trotz der schwachen spielerischen Vorstellung: "Die Jungs arbeiten hart, sind leistungsbereit. Es fehlt halt auch ein Quäntchen Glück."

Dabei wäre alles so einfach: Zwei oder drei Punkte aus Frankfurt und ein glatter Sieg gegen Schlusslicht Freiburg, und die Trainerfrage würde vorerst wieder verstummen. Doch daran vermag selbst Goring nicht zu glauben, bemüht sogar das Glück: "Auch wir könnten mal ein paar Abpraller gebrauchen, die zu Toren werden." Hilflosigkeit in der Wortwahl, Platitüden aus dem Sportler-Sprachschatz.

Rückblickend auf das Ausscheiden im Pokal (2:4-Niederlage gegen Nürnberg) resümierte Goring: "Nach einem guten ersten Drittel haben wir uns eigentlich selber geschlagen. Wenn wir weiter solche Fehler machen, dann können wir auch nicht gewinnen."

In der Realität sieht es überhaupt nicht gut aus für den Tabellen-Vorletzten. Drei Blöcke bekommt Goring noch für Freitag zusammen, und schon jammert er wieder: "Ich muss ständig umstellen." In der Abwehr bilden sich die Pärchen mit Shayne Wright und Justin Kurtz, mit Paul Dyck und Daniel Kunce sowie Alexander Dück und Chris Luongo.

Im Angriff heißen die Reihen: Marc Beaucage, Eric Bertrand und Andreas Raubal, Jonas Lanier, Marcel Rodman und Adrian Grygiel, Terry Yake, Chris Herperger und Steffen Ziesche.

Das Fehlen von Rob Guillet wegen einer Disziplinarstrafe hat bei Goring auch Wirkung gezeigt. "Wir haben mannschaftsintern für Disziplinlosigkeit Geldstrafen vereinbart." Neben Guillet fehlen noch Pascal Appel (Blinddarmoperation) und Chris Kelleher (Babyurlaub).

Von Walther Lenders

 

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Ultimatum für Butch Goring

Der Meister-Trainer der Pinguine ist zum Erfolg verdammt, um in Krefeld überwintern zu können.

Krefeld. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Sie ist auch der Strohhalm, an den sich Trainer Butch Goring, Pinguine-Gesellschafter und die Fans klammern. Die Hoffnung freilich, dass die Länderspielpause der verunsicherten Mannschaft den Kopf frei pusten konnte und geholfen hat, aus der Krise auszusteigen, ist nach der indiskutablen Leistung bei der 2:4-Pokal-Niederlage gegen die Nürnberg Ice Tigers schnell verflogen.
Gedemütigt von einem Gegner, der, nachdem er den Rückstand in eine Führung umgewandelt hatte, mit halber Kraft spielen konnte. Verhöhnt von den Fans nur 698 waren gekommen , spürte man, dass viele Pinguine-Spieler nichts mehr herbeisehnten, als den Schlusspfiff. Es ist müßig, nach dem Pokal-Aus in Einzelkritik zu gehen. Entscheidend waren die verheerenden Stockfehler, vor allem in der Abwehr. Die Pinguine deuteten nur im ersten Drittel eine Besserung an, spätestens aber, als der DEL-Tabellenzweite aus Nürnberg Tempo und Kampfkraft forcierte, fielen sie in altes Phlegma und alte Fehler zurück. Das galt auch für die erste Sturmreihe mit Guillet, Beaucage und Bertrand, die nur selten Torgefährlichkeit entwickelte. Da passte es ins Bild, dass sich Beaucage einen üblen Stockstich erlaubte, eine Spieldauer-Disziplinarstrafe kassierte, die durch das Pokal-Aus aber ohne Folge bleibt.

Beim ersten DEL-Spiel nach der Pause am Freitag beim Tabellenführer Frankfurt Lions (19.30 Uhr) muss das Team nach dem Abgang von Thomas Brandl auch auf Pascal Appel (Blinddarm-Operation) verzichten. Hinzu kommt, dass Rob Guillet wegen einer Spieldauerstrafe in Ingolstadt pausieren muss, und damit die erste Sturmreihe erneut gesprengt wird. Chris Kelleher fehlt bis nächsten Mittwoch, also bei den Spielen in Frankfurt, gegen Freiburg (So.) und in Iserlohn (Dienstag), weil er seine schwangere Frau besucht.

Das sportliche Dilemma hat natürlich auch für die Zukunft von Butch Goring als Trainer Bedeutung. Denn aus dem Aufsichtsrat, der am Montag getagt hatte, war deutlich zu vernehmen, dass es ein Ultimatum für Goring gibt. In den nächsten sechs Spielen mit vier Auswärts-Begegnungen spielt das Team auch um den Arbeitsplatz des Trainers und Sportdirektors. Nur positive Ergebnisse können Goring retten. Da tickt die Uhr beim Tabellenvorletzten Krefeld auch gegen den Meistertrainer unaufhörlich am Freitag der kommenden Woche jährt sich für Goring der Tag seines Dienstantritts als Sportdirektor bei den Pinguinen mit dem Spiel bei den Eisbären in Berlin. Dort feierte er seinen ersten Sieg als Trainer.

Von Walther Lenders

 

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Brandl: Ende mit Kosten

Die Pinguine haben dem Dauerverletzten den Ausstieg mit Geld "erleichtert".

Krefeld. Als seine Kameraden bei der 2:4-Schlappe gegen Nürnberg hilflos übers Eis rutschten, saß Thomas Brandl fest am grünen Tisch. Zusammen mit seinem Anwalt und dem Pinguin-Generalbevollmächtigten Wilfrid Fabel wurde zu später Stunde die Ehe zwischen dem Stürmer und dem KEV geschieden.
Wie immer bei Trennungen, so Fabel, habe man sich die Lasten geteilt. Im Klartext: Die Pinguine haben dem Dauerverletzten den Ausstieg mit Geld "erleichtert". "Uns nutzt nur ein gesunder Brandl, ein verletzter ist viel zu teuer." Ganz offensichtlich fürchtete Fabel aber, dass mit einem gesunden Brandl nicht mehr zu rechnen sei und vergoldete den Abschieds-Handschlag. Devise: Besser ein Ende mit Kosten, als Kosten bis zum (Vertrags-)Ende.
 

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2003/2004


 Schwaches Spiel mit drei Punkten belohnt

Die Krefeld Pinguine waren das stärkere von zwei schlechten Teams. Pascal Appel zeigte eine starke Leistung und schoss das entscheidende 3:2 gegen Hannover.

Krefeld. Die Krefeld Pinguine können doch noch gewinnen. Nach langer Durststrecke gab es am Freitag (31.10.) in der Rheinlandhalle einen 3:2 (2:1, 0:1, 1:0)-Sieg über die Hannover Scorpions. Allerdings ein Dreier, der mit viel Mühe erkämpft wurde. Das Team von Trainer Butch Goring blieb auch gestern spielerisch vieles schuldig, aber zumindest stimmte die kämpferische Linie. Schütze des Siegtores war mit Pascal Appel auch der beste Akteur im schwarz-gelben Pinguine-Dress. Es bleibt zu hoffen, dass die Krefelder am Sonntag beim ERC Ingolstadt ihren kleinen Aufwärtstrend fortsetzen können.
Kampf und Einsatz von der ersten Sekunde an hatten die Krefeld Pinguine für die Partie gegen die Hannover Scorpions versprochen. Sie konnten dieses Versprechen nur teilweise einlösen, weil sie im Bemühen um eine kämpferische Note meist die spielerische Linie versäumten. So sahen die 2884 Zuschauer in der Rheinlandhalle nur eine mäßige Partie zweier Teams, die von der Leistung her ihren derzeitigen Tabellenstand in der unteren Region entsprachen. Sehr viel Klein-Klein, viele Fehlpässe auf beiden Seiten. Nur selten kam ein gutes Kombinationsspiel zustande.

Man spürte bei den Krefeldern die Belastung, die nach den vielen Niederlagen und der herben Kritik auf der Mannschaft lagen. Zudem machte sich auch das Fehlen der beiden Top-Scorer Eric Bertrand und Marc Beaucage (gesperrt) bemerkbar. So hatten die neuformierten Angriffsreihen doch recht viel Mühe, zueinander zu finden. Es gab folgerichtig reichlich Abspielfehler. Ein Glück, dass auch die Gäste aus Hannover derzeit kein gutes Eishockey spielen, ansonsten wären die Pinguine sicherlich erneut unter die Räder gekommen.

Schade, dass Trainer Butch Goring nicht mehr Akteure vom Format eines Pascal Appel zur Verfügung hat. Der junge Ex-Frankfurter war der beste Akteur im Krefelder Team, stand aber mit seinen Aktionen meist allein auf weiter Flur. Trotzdem verdiente er sich mit seinem engagierten Offensivdrang den Beifall des Publikums. Nach langer Verletzungspause war Routinier Thomas Brandl gestern wieder dabei. Dass man von ihm er machte schließlich erst sein drittes Spiel in diesem Jahr keine Wunderdinge erwarten durfte, war klar. Aber er brachte zumindest häufig etwas Ruhe in das Krefelder Spiel. Im letzten Spielabschnitt waren beide Teams bemüht, den entscheidenden Treffer zu markieren. Doch bei der hohen Fehlerquote im Zuspiel gab es nur wenig Torraumszenen. Erlösender Jubel auf den Rängen, als in der 55. Minute das erlösende 3:2 fiel. Das schöne Ergebnis eines schwachen Spiels.

SPIEL-STATISTIK

Krefeld Pinguine - Hannover Scorpions 3:2 (2:1, 0:1, 1:0)
Pinguine: Müller (Janka) - Kurtz/Dyck, Kunce/Wright, Luongo/Kelleher - Brandl/Yake/Guillet, Ziesche/Herperger/Appel, Raubal/Lanier/Grygiel, Dück/Rodman/Dietta.
Tore: 0:1 (7:21) Christian, 1:1 (12:52) Rodman (Lanier, Kelleher), 2:1 (16:33) Herperger (Kurz, Brandl), 2:2 (27:27) Soccio, 3:2 (54:21) Appel (Herperger/Ziesche).
Zuschauer: 2884
Schiedsrichter: Sander (Veiting)
Strafminuten: Pinguine 2, Hannover 6.

Von Walther Lenders

 

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2003/2004


Butch Goring: "Das Problem liegt im Kopf"

Im folgenden Interview sagt Pinguine-Trainer Butch Goring, wie er den Deutschen Eishockey-Meister aus seiner tiefen Krise führen kann.

Krefeld. Die Pinguine stehen unter mächtigem Druck, insbesondere natürlich Trainer Butch Goring. Der kanadische Meistermacher muss beweisen, dass er eine Mannschaft auch aus einer tiefen Krise führen kann. Nach 16 Spieltgen stehen die Meister-Pinguine nur auf dem drittletzten Platz und haben mit nur 37 geschossenen Treffen ein augenscheinliches Angriffsproblem.

Frage: Wie wollen Sie die Niederlagenserie durchbrechen?
Butch Goring: Wir müssen unbedingt das erste Tor schießen, das erste Drittel gewinnen, das erste Spiel seit langem wieder gewinnen. Denn unser Problem liegt im Kopf. Wir sind im Augenblick zu verunsichert. Ich bin sicher, dass nach dem ersten Erfolg vieles von ganz allein läuft, was jetzt enfach nicht klappt.

Frage: Aber dieser Erfolg muss ja irgendwie "erzwungen" werden, oder?

Goring: Wir haben in dieser Woche ganz konsequent daran gearbeitet, unser Aufbauspiel schneller zu machen. Bewegung, Bewegung, Bewegung das habe ich den Spielern gepredigt.

Frage: Was sagen Sie zu den Vorwürfen, dass die Mannschaft müde wirke?

Goring: Wie könnten wir dann ausgerechnet bei den letzten Spielen im Schlussdrittel uns noch so aufbäumen. Also, an der Kondition liegt es nicht. Aber erst wenn wir nichts mehr zu verlieren haben, dann spielen und kämpfen wir unbelastet.

Frage: Der in Mannheim geschasste Nationalstürmer Stefan Ustorf sei, so Geschaftsführer Wolfgang Schäfer, ein Thema. Sie hätten das Interesse bekundet, man müsse nun Gespräche aufnehmen. Stimmt das?

Goring: Ich kenne Ustorf aus Nordamerika, er wäre eine echte Verstärkung. Daher ist klar, dass die Führungs-Crew ausloten muss, ob man zusammen kommen kann.

Frage: Wie reagieren Sie auf die Sperren der Topscorer?

Goring: Thomas Brandl und Terry Yake rücken für Betrand und Beaucage in die erste Reihe. Wir werden nur mit drei Linien operieren. In der Abwehr mische ich die beiden wenig überzeugenden Formationen neu. Shayne Wright geht jetzt zu Daniel Kunce, Justin Kurtz zu Paul Dyck.

Frage: Die Trainingspause in der Länderspielpause wurde heftig kritisiert. Ändern Sie etwas?

Goring: Nein, wir brauchen fünf Tage ohne Eis zur Auffrischung, da wir danach bis Ende Januar durchspielen.

Von Thomas Klein

 

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