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2004


Pinguine: Statt Play-off Zündstoff satt

Am Donnerstag tagt die Gesellschafter-Versammlung der Pinguine im Krefelder Hof. Welche Marschrichtung schlägt der "Klub der klugen Köpfe" ein?

Krefeld. Das Spiel ist aus. Schlusssirene in der Rheinlandhalle. 4:2 gegen Iserlohn. Ende der Vorstellung? Mitnichten. Während im Vorjahr die Saison im Freudentaumel der Meisterfeier endete, macht die verkorkste jetzige Spielzeit der Krefeld Pinguine allen Beteiligten des Eishockey-Unternehmens zu schaffen. Bringt da der KönigPalast die Rettung? Wer steuert künftig das Pinguin-Schiff? Fragen über Fragen. Doch bei den Pinguinen herrscht derzeit offiziell Funkstille. Aber hinter vorgehaltener Hand gibt es einen vielstimmigen Chor. Die Westdeutsche Zeitung beantwortet die brennendsten Fragen anhand des Gesellschafter-Geflüsters.

Bleibt Cheftrainer Bill Stewart oder muss er seinen Hut nehmen? Was wird aus seinem Assistenten Gary Clark? Wer sind die Alternativen?
Beide werden nicht mehr für die Pinguine arbeiten. Clark gilt als zu blass, Stewart als zu teuer und "eine Nummer zu groß" für einen Sparkurs. Derzeit gibt es wohl noch keine einhellige Meinung, wie ein Nachfolger profiliert sein sollte. Nordeuropa könnte möglicherweise Nordamerika ablösen.

Nach Ende der vorigen Saison gab es einen nie zuvor erlebten Aderlass und Verlust an Homogenität bei den Pinguinen. Und nun? Wie ist der momentane Stand der Dinge? Wer bleibt? Wer heuert neu an?
Sicher ist, dass es eine noch größere Wechselwelle geben wird. An der Spitze der Abschuss-Liste dürften die Altstars Chris Luongo oder Terry Yake stehen. Aber selbst Justin Kurz könnte die Hälfte seines Zwei-Jahres-Vertrages einbüßen. Offiziell gibt es immer noch nichts in Sachen Neuzugänge, relativ verlässlich fremdbestätigt sind Scott King (Iserlohn), Guy Lehoux (Nürnberg) sowie die Verlängerung von Alexander Selivanov.

Wer ist verantwortlich für Spielerverpflichtungen?
Derzeit tummelt sich dort vor allem Ex-Aufsichtsrat Hugo Hendricks. Eine andere Gesellschafter-Fraktion konsultiert lieber Ex-Manager Rüdiger Noack, doch genau diese beiden sind sich alles andere als "grün". Zumindest im letzten Jahr war auch noch Aufsichtsrat-Chef Wolfgang Schulz in diesem Segment aktiv. Folge: Kölns Nationalspieler Andreas Morcinietz durfte sich über gleich drei unabgesprochene Krefelder Kontaktversuche wundern.

Kann sich angesichts des Minus in der KEV-Kasse (rund 600 000 Euro) die Vereinsführung teure Spieler, vielleicht sogar schillernde Stars überhaupt leisten? Welche Auswirkungen wird der neue KönigPalast auf die Zukunftsplanungen haben?
Die Pinguine müssen einen mächtigen Spagat wagen. Manche Gesellschafter fordern rigorosen Sparkurs, andere müssen einräumen, dass ein Sparkurs im Unterhaltungsgeschäft auch keinen Erfolg sichert. Und die zusätzlichen Plätze in der neuen Arena lassen sich nicht mit schlechterem Sport füllen
Wie werden KönigPalast mit der Seidenweberhaus GmbH als "Dach-Organisation" und die KEV Pinguine zusammenarbeiten? Wer hat wo das Sagen?
Die Pinguine werden wohl die Bereiche Organisation, Kartenverkauf, Security etc. an das Hallenmanagement abgeben. Das macht Sinn, denn die Halle muss dies ja eh für andere Veranstaltungen bereitstellen. Kritisch und strittig wird es bei Vermarktung der Werbung in der Halle werden. Zankapfel: Wer erhält welchen Anteil für welche Leistung? Zündstoff auch: Mit Holger Rathke (KönigPalast) und Schäfer (Pinguine) arbeiten dann zwei DEL erprobte Geschäftsführer im Krefelder Eishockey. Irgendwie überdimensioniert. Noch ein Problemfall: Eine nicht zuschauerträchtige Pinguin-Mannschaft schmälert auch den "Gewinn" der Arena. Eine Einflussnahme erscheint daher nachvollziehbar, doch verzichten die Pinguin-Gesellschafter auf ihre Macht?

Dienstag - 09.03.2004

Von Jochen Schmitz und Thomas Klein

 

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Königsweg in den neuen Palast?

Frust und Unsicherheit herrschen nach Abschluss einer verkorksten Saison bei den Eishockeyfans. Tenor: "Endlich ist Schluss."

Krefeld. Ostermontag, 21. April 2003: Was viele, viele nicht mehr für möglich gehalten haben, ist Wirklichkeit geworden. Der Krefelder Theaterplatz bebt, ein Meer aus Schwarz und Gelb feiert. Die Krefelder Eishockey-Fans sind seit einigen Minuten Meister-Fans. Der Platz verwandelt sich zu späterer Stunde in einen Hexenkessel: Die Spieler der Krefeld Pinguine sind vom entscheidenden "Spiel der Spiele" in Köln zurückgekommen und feiern mit den Fans nach 51 Jahren den Titel Deutscher Eishockeymeister. Sie halten die Meistertrophäe 2003 hoch Krefeld ist ein schwarz-gelbes Tollhaus!
Sonntag, 7. März 2004: Das hat man in der altehrwürdigen Rheinlandhalle auch noch nicht erlebt: Mit Beginn des Spieles skandieren die nur 3050 Fans: "Nur noch 60 Minuten." "Am Ende waren wir alle froh, dass es vorbei war", ist der allgemeine Tenor nach der Schlusssirene.. "Es" ist die Saison 2003/2004, vorbei war sie nach dem 4:2-Sieg der Krefeld Pinguine gegen die Iserlohn Roosters. Platz zehn in der DEL-Tabelle. Die ist bald Geschichte und etwas für Statistiker. Was in Krefeld bleibt, ist der Frust und vor allem die Unsicherheit vieler Fans des noch amtierenden Eishockey-Meisters darüber, wie es weitergeht.

"Zum Glück ist diese Horrorsaison endlich vorbei", spricht Mariana Minten (47) vielen Anhängern aus der Seele und hakt die Saison ab, in die der KEV als Deutscher Meister gegangen war. Die Erwartungen, sagt sie, seien einfach nicht erfüllt worden. Mariana Minten hat auch Gründe ausgemacht: "Die Spieler haben sich nicht genug Mühe gegeben. Spielerisch war das zu lasch. Diese Saison fühlen wir uns vera . . ." Klaus Minten (46) ergänzt: "Durch die ganzen Trainerwechsel kommt noch mehr Unruhe in den Verein."

"Finden die Krefeld Pinguine einen Königsweg in die nächste Saison?", fragen sich die Fans. Zumal im Dezember die Pinguine aus der Rheinlandhalle in den neuen König Palast umziehen werden. "Ist nicht so schön, wenn da weniger als 3000 statt möglicher 8000 Zuschauer zu den Spielen kommen", befürchtet Dominik. Der 14-Jährige trägt am Sonntag wieder das Brandner-Trikot mit der Nummer 29 aus der Meistersaion. "Es hätte sich nicht gelohnt, in dieser Saison ein Neues zu holen."

"Die Saison da sind sich wohl alle Fans einig war eine Gurken-Saison", sagt Wolfhard Petzold, Pressesprecher von Messer Griesheim und Pinguine-Fan. Die Saison sei eine einzige Kette von unglücklichen Umständen gewesen: "Nicht die richtige Spielermischung, Verletzungspech und Trainerwechsel." Er hofft auf die nächste Saison: "Hoffentlich lockt die neue Arena viele Zuschauer." An den Vereinsstrukuren sollte sich einiges ändern: "Ein sportlicher Leiter sollte sich um neue Spieler und die Betreuung des Kaders kümmern. Hoffentlich hat der Verein aus seinen Fehler gelernt." "Den Trainer behalten, der die Pinguine schließlich vor den Playdowns bewahrt hat" würde Carla Sanders (60) und schlägt vor, den Kader zu erneuern. "Die Spieler müssen ausgewechselt werden."

Dienstag - 09.03.2004

Von Thorsten Krüger und Karl-Gerhard Deußen
 

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Letzter Auftritt für Bill Stewart?

Emotionaler Schlussakkord nach dem 4:2-Sieg des Eishockeymeisters Krefeld Pinguine Sonntagabend in der Rheinlandhalle. Quo vadis, KEV?

Krefeld. Das war`s! Die Eishockey-Spielzeit 2003/04 endete Sonntag für die Krefeld Pinguine mit einem 4:2 (1:1, 2:1, 1:0)-Erfolg über die Iserlohn Roosters. Damit nehmen die Pinguine zum Abschluss den zehnten Rang ein. Highlight in einer über weite Strecken freundschaftlich geführten Partie war die letzte Spielminute, als Kapitän Steffen Ziesche mit einem Solo den 4:2-Endstand herstellte. Da wurden Erinnerungen wach, denn eben dieser Steffen Ziesche hatte im Vorjahr in der Köln Arena mit dem Treffer zum 3:1 die Deutsche Meisterschaft abgesichert. Die weiteren Tore erzielten Jonas Lanier (2) und Marc Beaucage.
In einem waren sich nach dem Spiel gegen Iserlohn alle einig Pinguine, Gesellschafter und Fans: Gott sei Dank, die Saison 2003/04 ist vorbei. Ein Waterloo, sprich Abstieg, ist dem Krefelder Eishockey erspart geblieben, doch das Meistersilber von 2003 hat viel Staub angesetzt und lässt sich auch nicht mehr aufpolieren. Die Krefelder, seit 1995 DEL-Ligist, stehen in der ewigen DEL-Tabelle an dritter Stelle hinter Köln und Mannheim, standen sieben Mal in den Play-offs.

Aber hoppla, so tief und schmerzhaft wie in dieser Spielzeit sind sie noch nicht abgerutscht. Als Meister in vielen Stadien verhöhnt, dümpelte das Team mit drei Trainern durch eine Saison mit vielen Ecken und Kanten und holte sich oft eine blutige Nase. Am Ende waren alle froh, dass es nicht noch schlimmer kam. Doch während die meisten Spieler ihre Koffer packen und nur ein geringer Teil des Kaders im Spätsommer wieder kommen wird, stehen für die Verantwortlichen der KEV Pinguine Eishockey GmbH schwere Wochen an. Auf rund 600 000 Euro ist das Minus der beiden letzten Spielzeiten angewachsen, und um eine Bereinigung der Finanzen ringen die Gesellschafter am Donnerstag auf einer eminent wichtigen Versammlung.

Doch nicht nur die Bewältigung der Vergangenheit steht an, die Zukunft erscheint mit sinkenden Sponsorengeldern, Zuschauereinbußen und der Notwendigkeit, ein neues starkes Team für den Start im König Palast im Dezember aufzustellen, unbedingt erforderlich. Hilfestellung soll und will die Seidenweberhaus GmbH als neuer Hausherr des König Palasts geben. Einige Aufgabengebiete, darunter das Ticketsystem, Werbung, Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit sollen übergeben werden. Allerdings gibt es noch Vertragsmodalitäten zu klären, denn die Pinguine wollen sich nicht so einfach die Bestimmung und Verantwortung über das Krefelder Eishockey aus der Hand nehmen lassen. Am Ende der Saison feierten die 3050 Fans gestern mit der Mannschaft den Saison-Kehraus. Dabei wurden auch Trikots der beiden Krefelder Eishockey-Idole Ulli Jansen und des leider vor kurzem verstorbenen Lothar Kremershof zur Erinnerung und zum Gedenken unter dem Hallendach verewigt.

In der letzten Pressekonferenz dieser Saison hörte sich die sehr emotionale Verabschiedung von Cheftrainer Bill Stewart schon fast wie ein leiser Abschied an. Auf Nachfrage betonte der Kanadier, dass er auf das ihm zugesagte Gespräch mit der Vereinsführung immer noch warte.

SPIEL-STATISTIK

Krefeld Pinguine - Iserlohn Roosters 4:2 (1:1, 2:1, 1:0)
Pinguine: Janka - Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce - Bertrand/Beaucage/Rodman, Grygiel/Yake/Selivanov, Ziesche/Lanier/Appel, Raubal
Tore:
1:0 (2:35) Lanier (Ziesche/Kunce),
1:1 (08:41) Adams (Bartolone/Higgins),
2:1 (23:53) Lanier (Yake/Rodman),
2:2 (31:56) King (Brüggemann/Bartolone),
3:2 (39:55) Beaucage (Wright/Selivanov),
4:2 (59:27) Ziesche (Luongo/Yake)
Zuschauer: 3 050
Schiedsrichter: Müller (Schierke)
Strafminuten: Krefeld 12, Iserlohn 18

Montag - 08.03.2004

Von Walther Lenders und Thomas Klein


 

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Pinguine in Mannheim unter Wert geschlagen

Das letzte Auswärtsspiel der Saison verlor der Deutsche Eishockey-Meister bei den Adlern mit 2:5 (0:2, 1:0, 1:3). Morgen Saisonfinale gegen Iserlohn.

Mannheim. Sonntag werden sich nach dem Spiel gegen die Iserlohn Roosters, das um 19 Uhr beginnt und mit einer kurzen Verabschiedung der Mannschaft endet, die Tore der Rheinlandhalle für den Spielbetrieb bis Mitte September schließen. Für Pinguine-Trainer Bill Stewart war es schon ein besonderes Gefühl, mit seinem Team bei den Adlern zu spielen, wo er drei Jahre Coach war und zwei Meisterschaften holte.
Nachdem er schon an der Bande sehr emotional gecoacht hatte und seine Akteure immer wieder antrieb, brachen bei der Pressekonferenz alle Dämme. Ich bin sehr erregt, stotterte der ansonsten hart gesottene Coach und verließ mit Tränen in den Augen vorzeitig die Pressekonferenz. Wären nicht die dummen Fehler im ersten Abschnitt gewesen, die Pinguine hätten durchaus mithalten können.

Doch zwei Überzahltore der Adler brachten eine 2:0­-Führung. Zuerst war es Robert Hock, der auf Vorlage von Ron Kennedy das 1:0 erzielte, als es eine Bankstrafe gegen Krefeld ­ sechs Mann auf dem Eis ­ gab. Dann folgte nach Strafe gegen Marc Beaucage das 2:0 durch Tomas Martinec. Doch die dezimierten Gäste vom Niederrhein - ­ es fehlten Robert Müller und Rob Guillet (beide in der Schweiz) sowie Chris Herperger und Stefan Ustorf (verletzt) ­ - kamen trotzdem ins Spiel zurück.

Im Mittelabschnitt war Krefeld sogar überlegen und es folgte der Anschlusstreffer durch Marc Beaucage (22.), nachdem Eric Bertrand die Vorarbeit geleistet hatte. Terry Yake mit Pfosten schuss (34.) und Alexander Selivanov, der knapp scheiterte, hätten sogar den Ausgleich erzielen müssen. Den schaffte aber Pascal Appel nach feinem Zuspiel von Steffen Ziesche (42.). Doch die Kräfte schwanden und auch den dritten Treffer markierten die Adler (49.) in Überzahl durch Dave Edgerton, als gleich zwei Krefelder in der Kühlbox saßen.

Den K.o. erhielten die Pinguine dann durch das 4:2 von Jason Podollan (52.). Das fünfte Tor der Mannheimer 23 Sekunden vor Spielende durch Chris Joseph war nur noch Statistik. Allerdings muss die Niederlage trotz des deutlichen Ergebnisses als unglücklich bezeichnet werden, denn die Krefelder hatten mehr Torchancen, kassierten drei Unterzahltore, und Markus Janka konnte trotz ordentlicher Leistung den erfahrenen Robert Müller im Tor nicht ersetzen.

SPIEL-STATISTIK

Adler Mannheim - Krefeld Pinguine 5:2 (2:0, 0:1, 3:1)
Pinguine: Janka -­ Kurtz/Kelle her, Luongo/Wright, Dück/Kunce ­ - Bertrand/Beaucage/Rodman, Grygiel/Yake/Selivanov, Appel/Lanier/Ziesche Raubal.
Tore:
1:0 (12:52) Hock,
2:0 (16:55) Martinez,
2:1 (21:22) Beaucage (Bertrand/Kurtz),
2:2 (41:25) Appel (Ziesche/Dück),
3:2 (48:18) Edgerton,
4:2 (51:13) Podollan,
5:2 (59:37) Joseph

Zuschauer: 5700
Schiedsrichter: Roland Aumüller (Ottobrunn)
Strafminuten: Mannheim 6 plus je 10 Disz. für Plante und Podollan, Krefeld 14 plus je 10 Disz.- für Wright und Yake.

Samstag- 06.03.2004


 

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Ärger bei den Pinguinen bis zur letzten Sirene

Der Abschied von Robert Müller entzweit Trainer Bill Stewart und seinen Agenten - denn Jaro Tuma berät auch den Torhüter.

Krefeld. Auf zum letzten Gefecht: Die Krefeld Pinguine, Deutscher Meister 2003, werden am Sonntag Abschied von einer Saison nehmen, die wenig Erfreuliches, dafür umso mehr Ärger und Kosten gebracht hat. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Ohne Play-off, zum Glück aber auch ohne Play-down, könnten die Pinguine die beiden letzten Spiele am Freitag in Mannheim (19.30 Uhr) und Sonntag gegen Iserlohn Roosters (19 Uhr) locker abspulen. "Just for fun" sozusagen. Doch da spielt Trainer Bill Stewart nicht mit, der in den letzten Tagen schon genug Kröten schlucken musste.

Zuerst ließ ihn sein Team in Köln mit einer miserablen Leistung beim 1:4 im Stich. Dann wurde Robert Müller nach Basel ausgeliehen ohne Stewart davon vorher in Kenntnis zu setzen. Pikanterie: Müllers Berater ist zugleich auch Stewarts Manager. Der trennte sich daraufhin von seinem bisherigen Agenten Jaro Tuma, weil dieser ihn nicht informiert hatte.
Zu guter Letzt hatte Stewart auf ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat gehofft, das bis gestern Mittag nicht stattgefunden hatte.

Doch Stewart, der im zehnten Jahr seiner Trainer-Tätigkeit erstmals auf eine Play-off-Teilnahme verzichten muss, ist ein erfahrener Coach, der die Zügel auch in solchen Situationen nicht schleifen lässt. "Ich will gewinnen, und das nicht nur, weil ich vor Krefeld in Mannheim war, sondern weil ich immer gewinnen will."

Zum Show-down am Sonntag gegen Iserlohn meinte er: "Die Fans haben ein Recht darauf, engagiertes Eishockey zu sehen. Das verlange ich von meiner Mannschaft."

Dabei kann Stewart, der am 24. Januar sein Amt an der Bande der Pinguine angetreten hatte, trotz aller Misslichkeiten auf eine gute Bilanz blicken. In elf Spielen hat er von 33 möglichen immerhin 19 Punkte gewonnen. Hoch gerechnet auf die Saison wären dies rund 90 Punkte und ein sicherer Play-off-Platz.

Am Freitag in Mannheim fehlt neben Torhüter Robert Müller und Stürmer Robert Guillet (beide in der Schweiz) auch Stefan Ustorf mit einer Fußprellung. Der ehemalige Adler-Kapitän, während der Saison in Mannheim ausgebootet, hätte gerne gegen seinen früheren Klub gespielt. Chris Herperger hingegen kann nach überstandener Magen-Darm-Grippe wieder auflaufen.

Am Sonntag nach dem Spiel gegen Iserlohn (19 Uhr) verabschiedet sich das Team von den Fans. Danach werden die Trikots der beiden Eishockey-Idole Ulli Jansen und des verstorbenen Lothar Kremershof einen Ehrenplatz unterm Hallendach neben dem Karel Lang-Trikot erhalten.

Freitag - 5.3.2004

Von Walther Lenders
 

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Basel leiht deutschen Nationalkeeper Müller aus

Krefeld (dpa) - Der deutsche Meister Krefeld Pinguine hat Auswahltorhüter Robert Müller für drei bevorstehende Relegations-Spiele in der schweizer Liga A an den EHC Basel ausgeliehen.
Müller soll die Baseler in den Spielen gegen Lausanne, Rapperswil und Kloten vor dem Abstieg bewahren. Sollte nach diesen drei Spielen Basel noch realistische Chancen haben, sich den Ligaerhalt zu sichern, kann das Engagement von Spiel zu Spiel verlängert werden.

Krefeld hatte schon zwei Spieltage vor Abschluss der DEL-Runde den Einzug in die Playoffs verpasst, so dass in den bedeutungslosen letzten Partien Ersatztorhüter Markus Janka das Krefelder Tor hütet.

Artikel vom 03.03.04 18:44
 

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Stärkere Verzahnung mit Pinguinen?

Für die Youngsters des KEV 81 beginnt der Spaß am Eishockey Play-off-Zeit am Samstag (20 Uhr) und Sonntag (12 Uhr) mit den Heimspielen gegen die Kölner Jung Haie.

Krefeld. Schaffen die Youngsters des KEV 81 gegen die Kölner Jung Haie das Halbfinale, steigt am kommenden Dienstag das erste Finale in der Rheinlandhalle. "Ich hoffe, dass wir eine tolle Unterstützung durch die Fans haben", sagte KEV-Vorstandsmitglied Heinz Joosten, der zuversichtlich ist, dass das Team von Peter Ihnacak das Finale erreichen kann.
Eine stärkere Verzahnung mit den Pinguinen wünscht sich der KEV und hat dafür ein Positionspapier ausgearbeitet. Ein Eckpunkt ist die Überlegung, dass der Trainer des DNL-Teams auch Co-Trainer bei den Pinguinen ist.
Dazu soll eine Fördergruppe mit rund zwölf Spielern eingerichtet werden Talente fürs Profi-Team. Das mit Grygiel und Ehrhoff in den letzten zehn Jahren nur zwei Eigengewächse den Sprung ins Profiteam geschafft hätten, sei eine nicht zufrieden stellende Bilanz, meinte Joosten.
Es gelte den Wettbewerbsvorteil, den Krefeld mit der bundesweit anerkannten Jugendarbeit und seinen Trainern (Vasiljevs, Ihnacak, Lang) gegenüber anderen DEL-Klubs hat, zu optimieren. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln (200 000 Euro) mischt der KEV im Konzert der Großen kräftig mit.

Das zeigt ein Blick in die DNL-Scorer-Liste: Fünf KEV-er stehen auf den ersten sechs Plätzen: 1. Philip Gogulla (77 P.), 2. Nils Liesegang (70), 4. Philip Louven (66), 5. Martin Schymainski (64), 6. Daniel Pietta (63). Allein der Mannheimer Gawlik (69) mogelte sich auf Platz drei.

Mittwoch - 3.3.2004

Krefeld Pinguine
 

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Treffer von Beaucage reichte


Die Pinguine siegte gestern Abend mit 1:0 im Rhein-Derby gegen die DEG Metro Stars.

Krefeld. Krefeld gegen Düsseldorf ­ jahrelang ein Kassenmagnet mit sportlich hohem Stellenwert. Doch gestern war das anders in der Rheinlandhalle. Nur 3x0f069 Zuschauer wollten das Rheinderby sehen. Der Grund: Für beide Teams war sechs Tage vor dem Ende der Doppelrunde die Luft raus. Die DEG Metro Stars haben die Play-off seit Sonntag sicher, die Krefelder haben die Chance zur Titelverteidigung längst versäumt. Und so fehlte dem Derby Brisanz und Glanz.
Die Krefelder mussten, wie gestern berichtet, auf Top-Torjäger Robert Guillet verzichten. Der mit 24 Treffern beste Torjäger der Pinguine hatte kurzfristig beim Schweizer Erstligisten HC Davos für die Play-off angeheuert. Guillet kann heute bereits in Davos spielen.

Auf ein ähnliches Engagement hatte auch Torhüter Robert Müller in Basel gehofft. Doch in der schweizerischen Rheinstadt zog man das Angebot für Müller zurück, weil die Saison dort praktisch gelaufen ist. Jetzt hofft der Nationaltorhüter, das er sich beim EV Landshut für die Ende April beginnende Weltmeisterschaft fit halten kann.

Die Geduld der Eishockey-Fans wird in Krefeld in dieser Saison reichlich strapaziert. Was die Zuschauer nach der äußerst schwachen Leistung vom Sonntag in Köln gestern zu sehen bekamen, war nicht gerade attraktives Eishockey. Das lag aber nicht nur an den Krefeldern, sondern auch an den hauptsächlich auf Schonung bedachten Landeshauptstädtern. Das torlose erste Drittel war noch mit kämpferischen Elementen gespickt, danach wurde ein Gang zurückgeschaltet. Die Führung für die Pinguine erzielte Mark Beaucage (27.) bei Überzahl nach gutem Zuspiel von Chris Kelleher. Wenig später hätte die Krefelder den Vorsprung erhöhen müssen, als sie eine 5:3-Überzahl hatten. Doch das Zuspiel blieb stümperhaft und die DEG überstand auch weitere Unterzahlspiele, weil die Pinguine viel zu überhastet und unkonzentriert abschlossen.

Im Schlussabschnitt wurde es aufgrund des knappen Ergebnisses spannend, die Zuschauer mögen bei vielen Torraumszenen auf ihre Kosten gekommen sein. Am Ende blieb es beim 1:0-Sieg der Pinguine, die nun noch die Chance haben, mit den Spielen in Mannheim (Freitag) und gegen Iserlohn (Sonntag) zum Abschluss der Doppelrunde auf Platz zehn vorzurücken. Bester Krefelder war einmal mehr Robert Müller.

Pinguine-Trainer Bill Stewart meinte: Im ersten Drittel haben wir gut geschlafen. Nachher haben wir besser gekämpft. Mit einem Blick auf die Begegnung bei seinem Ex-Klub, sagte er: Mein großes Spiel kommt am Freitag in Mannheim.

Statistik

Krefeld Pinguine ­ - DEG Metro Stars 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)
Pinguine: Müller ­ Kurtz/Kelle her, Luongo/Wright, Dück/Kunce ­ Bertrand/Beaucage/Rod man, Grygiel/Yake/Selivanov, Ziesche/Ustorf/Appel, Lanier, Raubal
Tore: 1:0 (26:34) Beaucage (Kelleher/Bertrand)
Zuschauer: 3069
Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg)
Strafminuten: Krefeld 14, Düsseldorf 16

Walther Lenders

 

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Vorfreude und Frustbewältigung

Der Eishockey in Düsseldorf und Krefeld hatte diesmal völlig unterschiedliche Vorzeichen. Die Metro Stars fiebern Play-offs entgegen, die Pinguine hoffen nur auf die neue Saison.

Düsseldorf/Krefeld. Frustbewältigung bei den Krefeld Pinguinen und pure Vorfreude bei den DEG Metro Stars. Unterschiedlicher kann die Stimmungslage der rheinischen Rivalen drei Spieltage vor dem Ende der Vorrunde in der Deutschen Eishockey Liga und vor dem heutigen Duell nicht sein. Als Deutscher Meister legte Krefeld eine Katastrophensaison hin, die schlechter kaum sein konnte, die Play-downs wurden nur knapp vermieden.
Düsseldorf erreichte nach langer Durststrecke zum Ende der 90er Jahre nun zum zweiten Mal nach der Rückkehr ins Eishockey-Oberhaus vor vier Jahren die Play-offs.
"Das war das erklärte Ziel für diese Saison. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie da hin gehört. Aber Vorrundensiege wie gegen ein Topteam aus Berlin sind nur Momentaufnahmen. In den Play-offs geht es von Neuem los", sagt Michael Komma, der bei den Metro Stars als Trainer und Manager doppelt gefordert ist. Seit Oktober 2001 steht Komma als hauptverantwortlicher Trainer bei dem Traditionsklub an der Bande und ist dienstältester Coach in der DEL.

Der 39-jährige Bad Tölzer gilt in der Liga als Eigenbrötler und macht auch vor ungewöhnlichen Entscheidungen nicht halt. Eine seiner Maxime ist, dass die Mannschaft für die künftige Saison spätestens im Winter stehen muss. Anders lief es diesmal auch nicht: 18 Spielerverträge bei den Metro Stars sind für die Spielzeit 2004/2005 fix. Michael Komma geriet zwischenzeitlich in die Diskussion, als Düsseldorf auf Rang neun abgerutscht war und die Play-off-Teilnahme auf der Kippe stand.

"Ich habe die Mannschaft gekauft und bin dafür verantwortlich", sagte der Coach damals, aber auch: "Ich habe Vertrauen in das Team. Und das wurde gerechtfertigt. In einem sehr wichtigen Spiel hat die Mannschaft ihr Potenzial abgerufen und Berlin geschlagen. Da kann man nur stolz sein", so Komma. Gegner im Play-off-Viertelfinale werden sehr wahrscheinlich auch wieder die Eisbären Berlin als Klassenprimus sein und dem haben die Düsseldorfer schon vorab einen heißen Tanz angekündigt.

Mehr ein bemühter, denn ein heißer Tanz dürfte das heutige niederrheinische Duell in Krefeld werden. Denn nur eine Straßenbahnfahrt weiter westlich ist alles ganz anders. Fragezeichen statt Ausrufezeichen. Zwar zählt man auch in Krefeld die letzten Spiele bis zum Vorrunden-Ende, aber nur, um endlich die frustrierende Pleitensaison der Pinguine abhaken zu können. Ganz anders auch die Konstellationen in Sachen Trainer und Spieler.

Nur sechs Akteure haben einen Vertrag für die nächste Spielzeit, und derzeit ist völlig unklar, wer denn eigentlich die Mannschaft für die Wiedergutmachungs-Saison zusammenstellen wird. Auch wer sie führen soll, steht in den Sternen. Trainer Bill Stewarts 33-Tage-Kontrakt endet nächste Woche. Die Mission Klassenerhalt ist ihm geglückt.

Aber ob der exzentrische Kanadier seinen unverhohlenen Machtanspruch - "es kann nur einen geben, der im Sport entscheidet, und das bin ich!" - bei der eher biederen Führungsetage der Pinguine durchsetzen kann? Seinen unbedingten Willen zum Erfolg dokumentiert Stewart, der in Nordamerika schon einmal einen ukrainischen Verteidiger im Bus-Kofferraum an der amerikanischen Einwanderungsbehörde vorbei zum Spiel einschmuggelte, in jedem Statement überaus deutlich.

Unklar ist auch, mit welcher Strategie, welcher Konzeption und welchem Etat der Klub in die Spielzeit gehen will, die auch den Wechsel in den 8000 Zuschauer fassenden neuen König Palast bringt. Nicht dementiert werden 600 000 Euro Verluste aus dem Meisterrunde dem jetzigen Pleitejahr. Sparen wäre jetzt angesagt, aber da legt Trainer Stewart schon einmal den Finger in die nächste Wunde: "Eine neue schönere Halle bekommt man nicht mit schlechterem Sport voll."

Dienstag - 2.3.2004

Von Rainer Wallasch und Thomas Klein

 

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Stewart und das Dilemma

Nach der blamablen Vorstellung im Derby bei den Haien, folgt am heutigen Dienstag das nächste "Nachbarschaftsspiel" gegen die DEG Metro Stars - die sind in den Play-off, die Pinguine vor dem Feierabend.

Krefeld. Mehr und mehr verlagert sich das Geschehen bei den Pinguinen in die "oberen Regionen". Zum einen bei den Spielern. "Mit noch drei Saisonspielen ist so eine Partie wie in Köln ein Kopfproblem", ärgert sich Trainer Bill Stewart noch immer. Er sei "angep . . . t, aber dies positiv", versucht der Kanadier trainertypisch die Kurve zu kriegen. Aber mit der Beschreibung des "Hobbyspieles" in Köln hat Stewart die Marschroute für das Niederrhein-Derby heute gegen die DEG Metro Stars (20 Uhr) in der Rheinlandhalle vorgegeben.
"Wir müssen mit der richtigen Einstellung auflaufen, nicht nur anwesend sein. Gerade jetzt können die Spieler zeigen, ob sie Charakter haben, oder nur ohne Anstrengung die letzte Woche über die Bühne bringen wollen." Und dann kommt der Nachdruck zum Appell. "Bei mir wird es keine Spieler ohne Charakter geben, wenn ich nächstes Jahr hier Trainer sein sollte." Wie wirkungsvoll dieser Nachdruck sein kann, daran wird ebenfalls in den "oberen Etagen" der Pinguine gerungen.

Stewart macht seit Wochen deutlich, dass er gerne bleiben möchte. Hängt indes sofort ein großes "aber" daran. "Nur wenn klare Absprachen und Konzepte von allen befolgt werden." Bei den Pinguinen stehe eine "komplette Neudefinition der Aufgaben und Verantwortungen an sowohl im Sport als auch in der Organisation." Und Stewart lässt keinen Zweifel daran, dass in Sachen Sport nur einer dann das sagen hätte: Bill Stewart. Dafür signalisiert er in Sachen Vertragsdauer durchaus Verständnis für die "Abfindungsvertrags-Meister" (vier Trainer in zwei Jahren) aus der Teppich-Etage der Pinguine. Er wolle, wie in Mannheim, immer nur Jahresverträge diesmal indes mit einer Option auf seiner Seite. Was irgendwie aber auch nach Zwei-Jahresvertrag klingt.

Wie gut Stewarts Karten wirklich sind? Schwer zu sagen, denn mit der kritiklosen "Machtübergabe" an einen fordernden Trainer hat die GmbH in Goring-Zeiten böse Schiffbruch erlitten. Aber kann man andererseits das Risiko eingehen, und erneut das Sprichwort von den vielen (Amateur)Köchen zu bestätigen suchen? Stewart demonstriert unübersehbar die selbstbewusste Stärke des Fachmannes.

Das kann er ungestört tun, denn er sucht als einziger der Pinguin-Oberen den Weg in die Öffentlichkeit. Und so ist auch seine Sicht der Dinge für die kommende Spielzeit die einzige, die greifbar und nachvollziehbar ist. Daher ist es auch Stewart, der verkünden kann, dass Torhüter Robert Müller nicht für die letzten drei Spiele nach Lugano wechseln wird. Im Augenblick hat Stewart schon teilweise seine Wunschkonstellation.

Dienstag - 02.03.2004

Von Thomas Klein

 

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Schlechteste Leistung unter Stewarts Regie


Die Krefeld Pinguine spielten "wie ein Hobby-Team" und gingen am Sonntag gegen die Kölner Haie mit 1:4 unter.

Köln. "Wir haben heute gespielt wie eine Hobbytruppe", tadelte Trainer Bill Stewart seine Mannschaft. "Kein Kampf, kein Herz, so darf man nicht spielen, auch wenn man außerhalb der Play-off ist", sagte der Pinguine-Trainer nach der blamablen Vorstellung bei der 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)-Niederlage gegen die Kölner Haie. "Es war die schlechteste Leistung unter meiner Führung." Das wollte der siegreiche Kollege der Domstädter, Hans Zach, nicht auf sich sitzen lassen. Er sprach von einer kämpferisch herausragenden Leistung seines dezimierten Teams.
"Uns fehlten zu Beginn sieben Stammspieler. Nach dem ersten Drittel musste wir auch auf Torjäger Dave McLlwain verzichten."
Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Die 16 370 Zuschauer in der KölnArena sahen einen aufopferungsvollen Kampf des kleinen Haie-Aufgebots und eine miserable Vorstellung der Pinguine. Shayne Wright, Chris Luongo, Terry Yake aber auch Marc Beaucage und Robert Guillet waren gestern nicht einen Pfifferling wert. Alle Versuche der Krefelder, den Haien Paroli zu bieten, scheiterten, weil sich kein Pinguin quälen wollte. Den Klassenerhalt vom Freitag hatten einige wohl zu ausgiebig gefeiert.

Das Debakel in Köln begann bereits in der ersten Minute, als Marc Beaucage bei einem Angriff der Kölner im Mittelabschnitt stehen blieb, Andreas Morczinetz auf Jean-Yves Roy spielte, und dieser Robert Müller keine Chance ließ. In Überzahl konnte Alexander Selivanov auf Vorlage von Terry Yake ausgleichen, aber danach wurde das Angriffsspiel der Pinguine immer durchschaubarer.

Mit den drei weiteren Toren der Kölner Haie waren die Krefelder noch gut bedient. Bezeichnend, dass Guillet und Beaucage bei Pinguine-Überzahl mit unnötigen Stürmerfouls alle Vorteile aus der Hand gaben.

Wie man es macht, zeigte Andreas Morczinetz mit dem 2:1 (24.). Der 24-jährige Stürmer der Haie will Köln offensichtlich verlassen, und zeigt Interesse an einem Wechsel nach Krefeld. Zum Schluss ließ sich auch der bis dahin noch gute Robert Müller im Tor anstecken und verhalf den Kölnern nach dem 3:1 durch Jeff Dessner zum vierten Tor (58.).

Statistik

Kölner Haie - Krefeld Pinguine: 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)
Pinguine: Müller Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce, Raubal Guillet/Beaucage/Bertrand Yake/Herperger/Selivanov, Grygiel/Ustorf/Rodman, Appel/Lanier/Ziesche
Tore:
1:0 (0:41) Roy (Morczinietz/McLlwain),
1:1 (17:08) Selivanov (Yake/Ustorf),
2:1 (27:37) Morczinietz (Adduono),
3:1 (37:26) Dessner (Furchner/Pasco),
4:1 (57:34) Lewandowski (Blank/Schlegel)
Zuschauer: 16 370
Schiedsrichter: Bertolotti (Schweiz)
Strafminuten: Köln 18, Krefeld 16

Montag - 1.3.2004

Von Walther Lenders
 

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Schnee-Chaos - aber Pinguine gerettet

Kassel Huskies steckten im Stau: Anpfiff in der Rheinlandhalle am Freitag erst um 21.10 Uhr. Der KEV ist nach 5:2-Sieg am Ziel.

Krefeld. 19 Uhr am Freitag Abend in der Rheinlandhalle: Als hätte Wilfrid Fabel nur darauf gewartet. Gerade hatte der Generalbevollmächtigte der Krefeld Pinguine rund 100 Jungunternehmer aus Krefeld begrüßt, da verbreitete sich an der Westparkstraße mit Windeseile die Nachricht, dass der Bus mit dem Tross der Kassel Huskies im Stau steckt. Für den begeisterten Tischtennisspieler Fabel die Gelegenheit, sich aus dem Staub zu machen, um die Mannschaft von Rheintreu Bockum III das ist sein Team in einem Spitzenspiel der 1. Kreisklasse gegen Schiefbahn zu unterstützen. Fabel spielt an vier.
Also: Ab nach Bockum, raus aus den feinen Klamatten, rein ins Tischtennis-Dress, zwei Spiele gewonnen und pünktlich zum Anpfiff wieder an Ort und Stelle. "7:0 ist es ausgegangen. Wir haben die Spitze verteidigt und sind auf dem Weg in die Kreisliga. Ich fühle mich prima, von mir aus kann es los gehen", sprach Fabel, trank ein Pils, und als um 21.09 die Begegnung angepfiffen wurde, saß der gute Mann schon wieder auf seinem Stammplatz.

Alles schon mal da gewesen? Ja. 1998 war es, als ein Spiel des KEV gegen Nürnberg mit großer Verspätung begann. KEV-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer erinnert sich: " Ich glaube, es ging auf Mitternacht zu, als alles vorbei war." Schäfer war froh, dass gestern im Prinzip nicht mehr viel auf dem Spiel stand, so dass auch die Zuschauer die 70-minütige Verzögerung mit großer Gelassenheit in Kauf nahmen. DEL-Spielleiter und Geschäftsführer Gernot Tripcke hatte telefonisch angeordnet, dass spätestens um 21.30 angepfiffen werden müsse.

Ansonsten sei eine Spielverlegung unumgänglich. Der DEL-Mann wartete auf dem Flughafen in München selbst auf eine Maschine nach Düsseldorf. Ansonsten bleibt es ein Geheimnis, warum die Kasseler trotz der Unbilden des Wetters und der chaotischen Straßenverhältnisse so spät in Richtung Niederrhein aufbrachen. Die Pinguine spielten zwar unter Protest, aber all das spielte im Verlauf des Abends keine große Rolle mehr.

Denn um 21.40 Uhr stand am Freitag definitiv fest: Der Deutsche Eishockey-Meister ist auch in der neuen Saison erstklassig. Denn Hannover unterlag den Iserlohn Roosters und hat auch theoretisch keine Chance mehr, die Pinguine abzufangen.

Die Krefelder beherrschten gestern über weite Strecken des ersten Akts den Gegner und gingen durch ein Tor von Selivanov in Führung (9.). Kurz vor dem Ende der ersten 20 Minuten fiel der überraschende Ausgleich für die Gäste. Zu einem Zeitpunkt, als es eher nach einem 2:0 aussah. Nach drei Minuten und sechs Sekunden im zweiten Drittel sorgte Daniel Kunce für das 2:1 der Gastgeber, die im drittletzten Heimspiel nur noch 2 280 Zuschauer sehen wollten. "Zu wenig", wie Wilfrid Fabel sagt, "um in der neuen Saison die ganz großen finanziellen Sprünge zu machen." Noch einmal glich der Gast zum 2:2 aus. Nur Strohfeuer.

Denn das dritte Drittel stand ganz im Zeichen von Robert Guillet, der mit seinen Saisontreffern 22, 23 und 24 die Weichen auf Sieg stellte 5:2. Geschafft!

Statistik

Krefeld Pinguine - Kassel Huskies 5:2 (1:1, 1:1, 3:0)
Pinguine: Müller Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce, Raubal Guillet/Beaucage/ Yake/Herperger/Selivanov, Grygiel/Ustorf/Rodman, Appel/Lanier/Ziesche
Tore:
1:0 (8:19) Selivanov (Kurtz),
1:1 (18:55) Loth,
2:1 (23:06) Kunce (Yake/Herperger),
2:2 (33:35) Peterson,
3:2 (44:24) Guillet (Wright/Beaucage),
4:2 (46:35) Guillet,
5:2 (59:38), Guillet (Beaucage).
Zuschauer: 2 280
Schiedsrichter: Dahle (Berlin)
Strafminuten: KEV 18 /Kassel 14

Von Jochen Schmitz und Walther Lenders

 

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Sieg bedeutet endgültige Rettung

Pinguine wollen heute gegen die Huskies aus Kassel alles klar machen. Hält sich Robert Müller im Vorfeld der WM in der Schweiz fit?

Krefeld. In Play-off-Manier sollen sich die Krefeld Pinguine aus der misslichen Saison verabschieden. Das ist der Wunsch von Trainer Bill Stewart, und das können die Mannen um Torhüter-Ass Robert Müller noch in drei Heimspielen beweisen. Heute gegen die Huskies aus Kassel (20 Uhr) sind noch einmal alle gefordert, denn den Pinguinen genügt vielleicht schon ein winziges Pünktchen, um ganz sicher die Play-downs gegen Freiburg zu vermeiden. Bei einem Sieg auch Penalty aber ist definitiv alles klar. Zehn Punkte Vorsprung und ein erheblich besseres Torverhältnis haben die Krefelder vor dem Vorletzten Hannover.
Coach Bill Stewart hat seine Pinguine noch einmal in die Pflicht genommen, was am letzten Wochenende bei zwei Niederlagen versäumt wurde. Hannover trifft heute Abend übrigens auf Iserlohn. Personell gibt es nur eine geringfügige Änderung. Weil Eric Bertrand aus familiären Gründen voraussichtlich nicht dabei ist, sollen Steffen Ziesche, Marcel Rodmann oder Adrian Grygiel abwechselnd zu Marc Beaucage und Robert Guillet in die "French Connection" wechseln, bleiben aber auch in ihrer Stammreihe. Damit muss Stewart seine Blöcke mit drei Abwehrpärchen und vier Sturmreihen nicht umstellen. Der Coach hat weiterhin den Ehrgeiz, den "Schlittenhunden" bei der Endabrechnung den zehnten Tabellenplatz abzujagen. Dazu wäre ein Sieg heute Voraussetzung.

Während die Saison für die Pinguine am 7. März mit der Partie gegen Iserlohn enden wird, ist für National-Torhüter Robert Müller noch längst nicht Schluss. Er muss sich für die am 24. April in Tschechien beginnende Weltmeisterschaft fit halten. Eine Möglichkeit wäre, als ausländischer Gastspieler in der Schweiz bei der Play-off-Runde tätig zu werden. "Es liegen Anfragen vor, aber es gibt noch keine konkrete Zusage. Auf jeden Fall wäre es für mich schon ein Anreiz und eine Ehre, dort im Wettkampf Spielpraxis zu behalten", nähme der "Sportler des Jahres" von Krefeld ein Angebot sofort an. Neben Müller wird voraussichtlich auch Daniel Kunce von Bundestrainer Hans Zach eingeladen.

Freitag - 27.02.2004

Von Walther Lenders

 

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Bill Stewart: Die Uhr tickt

Der amtierende Trainer lässt keinen Zweifel an seiner Irritation. Mit ihm habe noch niemand über personelle Dinge der kommenden Spielzeit gesprochen.

Krefeld. Nein, über Personen wolle er sich nicht äußern, aber dennoch lässt der amtierende Pinguine-Trainer Bill Stewart keinen Zweifel an seiner Irritation. Mit ihm habe noch niemand über personelle Dinge der kommenden Spielzeit oder Kaderzusammensetzung gesprochen, sagt Stewart, "aber es sei allerhöchste Zeit, denn die Saison endet in ein paar Tagen. Die Uhr tickt."
Das sei aber generell gemeint, bemüht sich der Kanadier um "politische Korrektheit". Und nur generell sei auch zu verstehen, dass man doch erst ein Fundament, sprich eine sportliche Planung bräuchte, bevor man auf Spielersuche ginge. Um dann aber wieder den Finger in die Wunde zu legen: "Wenn man vier Trainer in zwei Jahren hat, dann ist das verdammt teuer und ein nicht sehr gerader Weg." Allgemeinplätze? Es könnte so klingen, doch beobachtet man das Geschehen genauer, dann ist Stewarts Forderung nach "nur einer einzigen Hand am Lenkrad" hochaktuell bei den Pinguinen.

Stewarts tiefsinnige Gedanken ("Wenn mehrere steuern, fährt der Karren in den Graben") werde auch durch Branchengeflüster gestützt. Am Rande des Spiels Köln gegen Kassel habe er gehört, dass sich bei einem interessanten Spieler gleich drei Pinguinevertreter unabhängig voneinander gemeldet hätten. Unfairerweise wird leider solches Engagement in der Branche als unprofessionell angesehen. Aber dies sei nur generell zu verstehen. Genauso wie die Tatsache, dass es einige gute Spieler im Team gäbe, die gerne blieben, aber eben nicht, "wenn Bill bleibt".

Über Letzteres soll sein Berater am Montag mit Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Schulz sprechen. Bleibt zu hoffen, dass bis dahin nicht einige andere schon "goldene Wasserhähne" gekauft haben.

Freitag - 27.02.2004
 

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Aus für die "French-Connection"


Die Sturmreihe der Pinguine mit den Franko-Kanadiern Bertrand, Beaucage und Guillet hat keine Zukunft in Krefeld.

Krefeld. Nach den beiden Niederlagen gegen Augsburg (4:5) und in Berlin (1:3) brauchen die Pinguine selbst Aschermittwoch nicht traurig sein denn den Klassenerhalt haben sie praktisch geschafft. Der bittere Weg in die Relegation gegen Freiburg wird ihnen bei zehn Punkten Vorsprung gegenüber Konkurrent Hannover erspart bleiben. Mit einem Sieg am Freitag gegen den Tabellenzehnten Kassel hofft Trainer Bill Stewart letzte theoretische Zweifel auszuräumen.

Gleichwohl ziehen dunkle Wolken auf. Als Pinguine-Geschäftsführer Wolfgang Schäfer vor einem Jahr im Meisterrausch anmerkte: "Der Titel kommt ein Jahr zu früh", konnte kaum einer ahnen, mit welchen Schwierigkeiten die Pinguine elf Monate später zu kämpfen haben.
Das schlechte Abschneiden bisher, und der Umstand bereits den dritten Trainer in dieser Saison unter Vertrag zu haben, spiegelt nicht einmal die größten Sorgen wider. Neben der sportlichen Misere sind auch die Finanzen in eine Schieflage geraten.

Die KEV Pinguine Eishockey GmbH steht deshalb im zehnten Jahr ihres Bestehens vor den schwersten Entscheidungen. Durch den Minus-Vortrag aus der letzten Saison und dem Verlust der laufenden Spielzeit droht das Loch in der Kasse auf rund 600 000 Euro anzuwachsen. Auf der nächsten Gesellschafter-Sitzung am 11. März wird daher auch über die Zukunft des Krefelder Eishockeys entschieden.

Und auch darüber, wie die kommende Mannschaft aussehen soll, mit der die Pinguine in den König Palast umziehen und auf besseren Zeiten setzen. Sieben Spieler aus dem aktuellen Kader haben einen Vertrag über die Saison hinaus: Torhüter Robert Müller, die Abwehrspieler Shayne Wright, Justin Kurtz und Paul Dyck und Daniel Kunce sowie die Stürmer Adrian Grygiel und Chris Herperger.

Die Verhandlungen mit Alexander Selivanov und Jonas Lanier sind so weit gediehen, dass ihr Bleiben positiv entschieden ist. Selbst wenn die deutschen Spieler Kapitän Steffen Ziesche, Andreas Raubal und Alexander Dück verlängern würden, müssten die Pinguine rund zehn neue Akteure verpflichten.

Sicher ist, das die "French-Connection" keine Zukunft bei den Pinguinen hat. Allein Center Marc Beaucage kann sich Hoffnung machen, nicht durchs Rost zu fallen. Gehen müssen neben Eric Bertrand, Robert Guillet auch Terry Yake, Chris Luongo, Marcel Rodman und Pascal Appel. Spekulationen, ehemalige Meisterspieler, ob Dan Lambert, Brad Purdie oder gar Christoph Brandner, kämen an die leeren Futtertöpfe der Pinguine zurück, werden sich kaum realisieren lassen.

Und da steht noch die Frage nach dem neuen Trainer im Raum. Bill Stewart ist zu teuer. Kanadische Trainer stehen eigentlich nicht auf der Wunschliste der Pinguine auch wenn der Coach der am Freitag in Krefeld gastierenden Kassel Huskies, Mike McParland (45), hinter vorgehaltener Hand genannt wird.

Mittwoch - 25.02.2004

Von Walther Lenders

 

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Eisbären ließen nur Ehrentreffer zu

Die Pinguine brachten sich durch individuelle Fehler bei den Eisbären Berlin auf die Verliererstraße beim 1:3. Somit gab es keine Punkte am Wochenende.

Berlin. Zwei Schritte vorwärts und zwei Schritte zurück. Nach einer Karnevals-Nullnummer watscheln die Pinguine weiter durch die Abstiegszone und vergaben durch eine völlig verdiente 1:3 (0:1, 0:2, 1:0)-Niederlage bei den Berliner Eisbären die Chance, sich vorzeitig aus dem Überlebenskampf in der DEL zu befreien. Und nun musste auch Bill Stewart die Dinge mit ansehen, die schon die beiden ersten Trainer an der Bande zur Verzweiflung und um den Job brachten.
Am Freitag bei der Heimschlappe gegen Augsburg war es Verteidiger Justin Kurtz, dessen dummes Foul in den Schluss-Sekunden die Vorlage für Augsburgs Siegtreffer war. Gestern Verteidiger-Kollege Chris Kelleher, dem nicht nur ein "feindlicher Assist gelang" sondern auch das, was man gemeinhin einen "Big Point" nennt, wenn man ihn denn selber erzielt. Nach fünf Minuten war er unbedrängt hinter dem eigenen Tor und spielte einen Musterpass vier Meter vor den eigenen Kasten auf Berlins Sven Felski, der artig Danke sagte und vollendete.

Doch zunächst wehrten sich die Pinguine. Justin Kurtz (12.) und Alexander Selivanov (16.) ließen jedoch die guten Chancen zum nicht unverdienten Ausglich aus, denn Rich Parent im Berliner Tor hatte einen ganz starken Tag erwischt. Nach der ersten Pause dürfte dann Trainer Stewart sein schütteres Haar raufen. Terry Yake leistete sich in der Mittelzone ein an sich schon überflüssiges Foul, das er clevererweise aber noch genau vor den Augen des Schiedsrichters platzierte.

Die Strafzeit nutzen die Berliner im Stil einer Klassemannschaft. Kühl und klar kombinierten sie, bis Nachwuchsverteidiger Antons zum 2:0 (23.) einschießen konnte. Ironischerweise war es erneut Terry Yake, der mit seiner Strafzeit Nummer drei die besten Pinguine-Chancen einleitete. Denn als er auf der Strafbank saß, scheiterten Adrian Grygiel und Eric Bertrand bei Breaks nur knapp (26.) Doch dann war der Krefelder Kampfgeist gebrochen. Walkers 3:0 (37.) war die statistische Dokumentation des Geschehens auf dem Eis. Den Ehrentreffer durfte dann Verteidiger Shayne Wright bei Überzahl von der blauen Linie markieren (42.). Bezeichnend das Resümee von Bill Stewart: "Ich habe ein gutes Spiel mit der Scheibe gesehen."

Was man eher als Anleihe aus der Sprache von Arbeitszeugnissen verstehen sollte, nach dem Motto "Aber ohne Scheibe . . ." Und Stewart zum Zweiten: "Wir waren gut in der Mittelzone." Meinend: "Aber vor den beiden Toren . . ."

STATISTIK

Eisbären Berlin - Krefeld Pinguine 3:1 (1:0, 2:0, 0:1)
Pinguine: Müller - Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce, Raubal - Guillet/Beaucage/Bertrand, Yake/Herperger/Selivanov, Grygiel/Ustrof/Rodman, Appel/LanierZiesche
Tore:
1:0 (4:40) Felski,
2:0 (22:21) Antons (DuPont/Keller),
3:0 (36:07) Walker (Persson/Shearer),
3:1 (41:13) Wright
Zuschauer: 4 500
Schiedsrichter:  Aumüller (Planegg)
Strafminuten: Berlin 12, Krefeld 10 + 10 Disziplinarstrafe für Luongo

Montag - 23.02.2004

 

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Eisbären steuern Pole-Position an

Berlin (dpa) - Die Eisbären Berlin steuern in der Deutschen Eishockey-Liga zum dritten Mal auf Rang eins nach der Vorrunde zu.
Die Hauptstädter gewannen 3:1 gegen Titelverteidiger Krefeld Pinguine und dürften bei nur noch vier ausstehenden Spielen und zehn Punkten Vorsprung auf die Frankfurt Lions kaum von der begehrten Pole-Position zu verdrängen sein. Dies würde ihnen in den Playoffs, die am 9. März beginnen, in entscheidenden Spielen stets den Heimvorteil bescheren. Meister Krefeld hat dagegen keine Chance mehr auf das Weiterkommen.

Sieben der acht Viertelfinal-Plätze sind praktisch fest vergeben. Auch Ex-Meister Adler Mannheim ist die Qualifikation dank des 3:1 über die Nürnberg Ice Tigers wohl nicht mehr zu nehmen. Nürnberg hatte mit dem 2:1 im Spitzenspiel über die Hamburg Freezers als viertes Team nach Berlin, den Frankfurt Lions und den Hanseaten den Sprung in die Playoffs geschafft.

Der ERC Ingolstadt ist trotz des 1:2 bei Pokalfinalist Kassel Huskies höchstwahrscheinlich ebenso dabei wie Vizemeister Kölner Haie nach dem 1:3 bei den Freiburger Wölfen. Das Schlusslicht kam immerhin schon zum vierten Heimsieg nacheinander, Köln liegt sieben Punkte vor den neuntplatzierten Augsburger Panthern.

Augsburg und die DEG Metro Stars machen in den kommenden beiden Wochen den letzten Playoff-Teilnehmer untereinander aus. Düsseldorf hat nach dem 7:0 über den Tabellen-Vorletzten Hannover Scorpions weiter drei Punkte mehr als die Panther und noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Tommy Jakobsen (2.) und Torjäger Daniel Kreutzer (3.) legten früh die Basis für den höchsten Saisonsieg. Die Scorpions kassierten ihre höchste Saisonpleite.

Augsburg rang den Tabellen-Zweiten aus Frankfurt nach einem spannenden Schluss-Drittel mit 4:3 nieder. Rick Girard schoss den Siegtreffer (56.) und sorgte nach dem in letzter Minute erkämpften 5:4 in Krefeld für ein Sechs-Punkte-Wochenende nach zuvor fünf Niederlagen.

Im Abstiegskampf entging den Iserlohn Roosters mit dem 3:4 in Hamburg ein wichtiger Punkt. Matchwinner war einmal mehr Freezers-Torjäger Bobby House (49.). Vor 12 759 Zuschauern in der ausverkauften Color-Line-Arena lieferten sich beide Teams in der 28. Minute eine Massenschlägerei. Trotz der Niederlage besitzt Iserlohn noch einen komfortablen Vorsprung auf Hannover, das aller Voraussicht nach gegen Freiburg um den Klassenerhalt spielen wird.

Artikel vom 22.02.04 20:58


 

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Bittere 4:5 Schlappe für die Pinguine

In der Schlussminute kamen die Gäste aus Augsburg Freitagabend zum Siegtreffer. Ein Glück, dass auch Hannover verlor.

Krefeld. Bitter, bitter. Nach drei Siegen in Folge gab es Freitagabend gegen die Augsburger Panther eine 4:5 (3:2, 0:2, 1:1)-Niederlage. Damit sind die Krefelder immer noch nicht ganz aus dem Schneider, denn es droht immer noch das Relegationsspiel gegen Freiburg, wenngleich die Hannover Scorpions als Vorletzter nach einer Niederlage gegen Mannheim keinen Boden gut machen konnten. Für beide Teams war es gestern eine wichtige Partie. Die Gäste aus Augsburg wollten ihre letzte Chance auf das Erreichen der Play-off nutzen, und die Krefeld Pinguine brauchten die Zähler, um endlich das Abstiegsgespenst zu vertreiben.
Beide Teams boten auch ein engagiertes und schnelles Spiel. Und die 2 953 Zuschauer wurden durch Tore belohnt. Augsburg zeigte, warum es von Trainer Benoip Laporte bei Überzahl so brandgefährlich ist, während die Krefelder gestern Abend bei Fünf gegen Fünf ihre besten Szenen hatten. Schon nach zehn Sekunden klingelte es im Kasten von Robert Müller, der gestern nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Der Augsburger Francois Fortier lief der unaufmerksamen Pinguine-Abwehr auf und davon, umkurvte Robert Müller und erzielte per Bauerntrick das 1:0 für die Gäste. Dann allerdings kam die große Zeit der "French-Connection".

Drei blitzsaubere Treffer gingen auf das Konto der Franco-Kanadier. Zuerst war es Robert Guillet, der auf Vorlage von Marc Beaucage in der fünften Minute den Ausgleich erzielte. Dann lief es umgekehrt. In der 8. Minute bediente Guillet Kollege Beaucage mustergültig, und die Pinguine führten 2:1. Erneut war es eine Unaufmerksamkeit in der Krefelder Abwehr (14.), die zum 2:2-Ausgleichstreffer führte, aber Torjäger Guillet zeigte sich gestern in Schusslaune und sorgte in der 18. Minute mit seinem zweiten Treffer für die 3:2-Pausenführung der Krefelder.

Der Mittelabschnitt ging ganz klar an die Gäste. Mit zwei Überzahltreffern durch Marc Savard in der 29. Minute und Shawn Carper in der 32. Minute drehten sie den Spieß herum.
>Im Schlussdrittel kämpfte sich das Team von Bill Stewart wieder ins Spiel zurück. Die Pinguine arbeiteten verbissener, gewannen mehr Zweikämpfe und wurden auch belohnt (51). Justin Kurtz traf mit dem ersten Überzahltor der Krefelder zum 4:4-Ausgleich.

Und dann mussten die Pinguine in der letzten Spielminute eine bittere Pille schlucken. Gerade war eine Strafzeit für Kurtz abgelaufen, als Savard den 5:4-Siegtreffer für die Gäste erzielte 31 Sekunden vor Schluss.

Samstag - 21.02.2004

Von Walther Lenders

 

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Augsburg und dann aufatmen?

Am Freitag können die Pinguine durch einen Sieg in der Rheinlandhalle fast das Thema Abstieg abhaken. Doch schon wartet das nächste Thema: Wie geht`s dann weiter?

Krefeld. Kanadische Trainer haben ihre typischen Verhaltensweisen. Auch wenn Bill Stewart am Dienstag nach dem 3:2-Arbeitssieg gegen Hannover noch etwas angefressen wirkte, so mühte er sich vor dem Spiel gegen Augsburg (Freitag 20 Uhr, Rheinlandhalle) wieder um den positiv vorausblickenden Aspekt. "Wir waren gut, ich bin zufrieden, aber gegen die Panther müssen wir noch einen halben Schritt schneller sein als gegen Hannover. Die sind offensiv überaus gefährlich."
Statt möglicher Einzelkritik gab es Sonderlob für Einzelne wie Adrian Grygiel, der für Stewart "an die Tür der Nationalmannschaft klopft". Und dann gibt es ja immer noch Statistiken, die die positive Entwicklung verdeutlichen: 41 Schüsse habe man im Durchschnitt abgegeben, 26 gab es gegen die Pinguine, "da wollen wir aber noch runter auf 24", so Stewart.

Also alles in Butter? Nicht, wenn man genau hinhört. Denn Stewarts Forderung ("Wir müssen für viel mehr Betrieb vor dem gegnerischen Tor sorgen") ist nur die in eine Handlungsanweisung umformulierte Kritik der letzten Spielweisen. Ebenso wie das "wenn wir gegen eine bessere Mannschaft spielen, dann müssen wir in der Abwehr besser sein".

Der Begegnung am Sonntag bei den Berliner Eisbären will Stewart bis Samstag keine großen Gedanken widmen. Genauso wenig so jedenfalls seine Worte wie den Dingen nach dem erreichten Klassenerhalt. "Ich habe einen Vertrag für fünf Wochen unterschrieben." Was wohl auch erklärt, warum der KEV-Trainer noch seinen alten Trainingsanzug der Mannheimer Adler tragen muss. Aber wie alle Branchenkenner sieht der Kanadier die Verantwortlichen der Pinguine im selbst geschaffenem Entscheidungsdruck.

Deren Aussage "wir verhandeln nicht, bevor der Klassenerhalt nicht gesichert ist" bringt sie in Zugzwang. Beispiel Stewarts Meinung, wann man denn die Verträge mit deutschen Spielern abschließen müsse: "Gestern!" Der Kanadier betont zwar stets, dass alles seine persönliche Meinung sei, "aber zu allererst müsse man einen Plan, ein Konzept für die Zukunft haben."

Dies scheint auch Bedingung für seine Entscheidung zu sein. Sein Argument liegt in seinem Fingerzeig: "Die Arena da drüben. Dafür musst du auch ein Top-Produkt haben, sonst kriegt man die Halle nicht voll." Wie war das noch mit dem halben Schritt schneller als die Gegner?

Freitag - 20.02.2004

Von Thomas Klein
 

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Kelleher erlöste die Pinguine

Nach dem 3:2-Sieg gegen Hannover vergrößert sich für Krefeld der Abstand zum Playdown-Platz auf zehn Punkte.

Krefeld. Aufatmen bei den Krefeld Pinguinen. Mit einem 3:2 (0:0, 1:1, 2:1)-Sieg über den Tabellenvorletzten Hannover Scorpions hat das Team von Trainer Bill Stewart den Abstand zu den Relegationsplätzen auf zehn Punkte vergrößert. Das müsste eigentlich für den Klassenerhalt reichen. Am Freitag kommten die Augsburger Panther und vielleicht gibt es dann einen weiteren Pinguine-Sieg. Man spürte in der Anfangsphase förmlich den Druck, der in dieser Partie zwischen den Krefeld Pinguinen und den Hannover Scorpions lag.
Krefeld konnte sich bei einem Sieg vorzeitig den Klassenerhalt sichern, für Hannover war es die letzte Chance, die drohenden Play-downs zu vermeiden. So bestimmte viel Nervösität das Eingangsdrittel und beide Mannschaften wussten aus den zahlreichen Chancen, die sich ihnen boten, kein Kapital zu schlagen.

Die beste Gelegenheit hatte der gestern herausragende Hannoveraner Stürmer Patrik Augusta, als er mit einem fulminanten Schuss in der achten Minute nur den Pfosten traf. Intensiver aber auch interessanter wurde das Spiel im Mittelabschnitt. Das 0:1 durch den Ex-Pinguin Augusta (28.) weckte die Krefelder förmlich auf, und danach bestimmten sie auch das Geschehen. Belohnt wurden sie erst in der 35. Minute, als Daniel Kunce mit einem Schlagschuss den Ausgleich markierte.

Beide Torhüter hatten erneut reichlich Gelegenheit, sich mit guten Paraden auszuzeichnen. Im Schlussabschnitt legten die Krefelder dann einen Zahn zu und wurden gleich belohnt. Nachdem Rob Guillet mit einem Schlagschuss am guten Hannoveraner Torhüter Ilpo Kauhanen gescheitert war, konnte sein Sturmkollege Marc Beaucage mit einem Kunstschlag aus der Luft die 2:1-Führumg erzielen.

Aber die Scorpions gaben sich noch längst nicht geschlagen und wiederum war es Patrik Augusta, der in der 47. Minute bei Hannovera ner Überzahl den 2:2 Gleichstand erzielte. Damit wuchs die Spannung und es war klar, wer das nächste Tor schießen würde, der durfte auch den Sieg feiern.

Das waren zum Glück für die 2219 Krefelder Zuschauer die Pinguine. Die Stadionuhr zeigte die 50. Minute, als Chris Kelleher mit einem Schlagschuss von der blauen Linie aus erfolgreich war. Da kannte der Jubel auf der Spielerbank und auf den Rängen keine Grenzen. Danach allerdings musste weiter gezittert werden, denn die Scorpions gaben sich nicht geschlagen.

Jetzt zeigte sich wieder, welch ausgezeichneter Torhüter Robert Müller ist, der bei einigen brenzligen Situationen sein Können zeigte. Am Ende hielt die Pinguine-Abwehr und das Team von Bill Stewart konnte die geforderte Ehrenrunde liefern: "Hannover war anfangs die bessere Mannschaft. Robert Müller hat heute wieder ein großes Spiel geliefert. Unser Spiel war es heute nicht, aber wir haben gewonnen", so Stewart.

SPIEL-STATISTIK

Krefeld Pinguine - Hannover Scorpions 3:2 (0:0, 1:1, 3:2)
Pinguine: Müller -­ Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce, Raubal ­ Guillet/Beaucage/Bertrand, Yake/Herperger/Selivanov, Rodman/Ustorf/Grygiel, Appel/Lanier/Ziesche
Tore:
0:1 (27:38) Augusta (Öberg),
1:1 (34:35) Kunce (Rodman/Grygiel),
2:1 (41:04) Beaucage (Guillet/Luongo),
2:2 (46:23) Augusta (Öberg),
3:2 (49:33) Kel leher (Luongo/Beaucage)
Zuschauer: 2219
Schiedsrichter: Martin Reichert (Memmingen)
Strafminuten: Krefeld 10 + 10 Disziplinarstrafe Bertrand / Hannover 14 + 10 Disziplinatsrafe Augusta

Mittwoch - 18.02.2004

Von Walther Lenders
 

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Alles eine Frage des Charakters

Pinguine-Trainer Bill Stewart setzt im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen Hannover Dienstagabend auf den neuen Geist in seiner Mannschaft.

Krefeld. In der Sportlersprache nennt man Begegnungen wie das heutige Eishockey-Match zwischen den Krefeld Pinguinen und den Hannover Scorpions "Sechs-Punkte-Spiel" (20 Uhr, Rheinlandhalle). Gewinnen die Pinguine, dann schaffen sie mit dem dritten Sieg in Folge zehn Punkte Abstand zu den Relegationsplätzen. Holen sich die Scorpions die drei Punkte, dann dürfen sie als derzeitiger Vorletzter der Liga wieder Hoffnung und Luft schöpfen und bringen die Krefelder abermals in Bredouille. Der Punktestand vor der Begegnung: Krefeld hat als Elfter 52 Punkte, Hannover als 13. sieben Zähler weniger: 45.
"Es ist eine Frage des Charakters und der Einstellung", sagt Trainer Bill Stewart und verbindet damit die Hoffnung, dass sein Team die Erfolge vom Wochenende (4:0 über Freiburg, 4:1 in Frankfurt) vergisst und sich voll und ganz nur auf diese wichtige Partie konzentriert. Dabei ist es ihm völlig egal, mit welcher Taktik die Hannoveraner in der Rheinlandhalle antreten. "Mein Team muss die Punkte wollen und fordern", erwartet der Coach, dass die Pinguine in Konzentration und Eifer keinen Deut nachlassen.

Verändern will Stewart im Mannschaftsbild wenig oder gar nichts. Alle sind gesund und fit. Die Blöcke spielen so wie am letzten Wochenende. Gedanken macht sich der Coach für das Überzahlspiel, das noch nicht so erfolgreich ist, wie er es sich das vorstellt: "In Überzahl ist bei uns noch zu wenig Bewegung im Spiel." Lob spendete er hingegen für das in Frankfurt ausgezeichnete Unterzahlspiel seiner Pinguine, wie überhaupt die Defensive in allen bisherigen fünf Begegnungen unter Stewarts Regie gute Arbeit ablieferte.

21 Punkte von 30 möglichen hat sich Stewart als Ziel bis zum Saisonende (7. März) gesetzt. Sechs davon hat sein Team bereits geholt, drei weitere könnten heute dazu kommen. "Das ist realistisch", hält er seine Wunschvorstellung nicht für übertrieben. Und da ist ja auch noch das Freitag-Heimspiel gegen Augsburg, das auch noch zum Fünfer-Pack gehören könnte, mit dem man die Abstiegsängste wohl endgültig abschüttelte.

Auch Kapitän Steffen Ziesche glaubt: "Wenn wir Hannover bezwingen, dann dürfen wir wieder etwas freier durchatmen. Wir brauchen diesen Sieg, und wir werden ihn holen."

Dienstag - 17.02.2004

Von Walther Lenders
 

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Sportlerwahl 2003 - "Schwarz-gelb sind meine Farben"

Der Torhüter der Krefeld Pinguine über Trainer Stewart, Lernphasen und die richtige Ausfahrt im Kreisverkehr des Profisports.

Krefeld. "Wir sind jetzt wieder in einer Position, in der wir an uns glauben", sagte Robert Müller vor wenigen Tagen. Da waren die Erfolge gegen Freiburg und Frankfurt noch nicht eingefahren. Bewirkt hat das offenbar Bill Stewart, sein neuer Trainer bei den Krefeld Pinguinen. Dass auch einem wie Nationaltorhüter Müller, bodenständig und selbstbewusst, im Dickicht des Misserfolgs der Durchblick vernebelt wird, gehört zu jenen Erfahrungen, die für den 23-jährigen Torhüter der Pinguine nicht einfach unter der Überschrift Rückschläge abgehakt werden.
"Das sind Lernphasen für einen Sportler, die unheimlich wichtig sind." Dabei ist Stewart jener Mann, vor dem er noch vor fast zwei Jahren Reißaus genommen hatte. Zu wenig durfte er unter ihm in Mannheim spielen. Das war in Krefeld anders. Und das mit dem Erfolg auch. Im vergangenen Jahr: Da parierte Müller reihenweise unhaltbare Schüsse bis ins Finale der deutschen Meisterschaft hinein und brachte vom letzten Spiel in Köln voller Stolz den Meisterpokal mit nach Krefeld. Er war der große Rückhalt eines furios aufspielenden Teams. Auch dafür wählten ihn die Leser der Westdeutschen Zeitung zum "Sportler des Jahres" 2003. Im Kreisverkehr des Profisports hat Robert Müller bisher stets die richtige Ausfahrt genommen, auch wenn er schon früh nach dem Titelgewinn erkannt hatte: "Ich weiß, dass es für mich viel schwerer wird."

Als "Hexer" Karel Lang, der 1991 von den Lesern der WZ zum "Sportler des Jahres" gewählt worden war, irgendwann im Winter 2001/2002 mit seinem mehr als 20 Jahre jüngeren Kollegen Kontakt aufgenommen hatte, um ihm die Position im Tor der Pinguine nahe zu legen, "brauchte ich nicht lange nachzudenken", sagte Müller. "Die Trikots sind meine Farben. Schwarz-gelb finde ich gut." Und irgendwie habe immer schon eine besonderer Beziehung zwischen ihm und den Krefeldern in der Rheinlandhalle bestanden. "Ich habe schon Applaus bekommen, als ich noch im gegnerischen Tor stand."

Müller steht wahrlich nicht im Verdacht des plumpen Einschmeichelns bei den Fans. Das hat er nicht nötig. In der jetzigen Krise der Mannschaft ist Müller der einzige, dem uneingeschränkte Sympathie zuteil wird. Zumal seine Anhänger genau wissen, dass die Zusammenarbeit mit dem verehrten Torhüter eine auf Zeit ist. Der Traum NHL nagt an Müller. Irgendwann wird er den Platz zwischen den beiden Pfosten auf dem Eis im zukünftigen König Palast verlassen. Bis 2005 hat er einen Vertrag in Krefeld. "Und den erfülle ich", sagte er, ohne dabei zu den Washington Capitals zu schielen, die ihn gedraftet haben und bei denen er bereits im Camp mittrainiert hat.

Sollte sich denn der Traum NHL in naher Zukunft oder auch später erfüllen, kennt Müller auch seinen Platz nach der Karriere. In Rosenheim sei er. "Dort bin ich geboren, dort lebt meine Familie und dort sind auch noch Freunde." Und dort hat er auch seine Frau Jenny kennen gelernt, der er wenige Wochen nach dem Gewinn der Meisterschaft das Ja-Wort gegeben hat. Vor allem aber findet er in Rosenheim offenbar jene Muße und Ausgeglichenheit, die ihm den Job allein im Angesicht der heranfliegenden Pucks bewältigen lässt. "Als Torhüter hast du großen mentalen Stress. Damit musst du fertig werden." Gerade dafür braucht er sein Rosenheim drei Monate in jedem Sommer.

ROBERT MÜLLER ÜBER ...

Rosenheim ... ist mein Geburtsort und die wichtigste Stadt in meinem Leben.
Der Spengler-Cup . . . hat nachhaltig Eindruck hinterlassen. Auch weil uns als deutscher Mannschaft so viel Sympathien entgegen gebracht worden sind.
Mein erstes Länderspiel . . . war, glaube ich, beim Swiss-Cup 1998 gegen die Schweiz.
Am 21. April 2003 . . . sind wir Meister geworden.
Das Märchen Meisterschaft . . . ist ein unvergessliches Erlebnis.
Die Monate danach . . . waren sehr schön, sind jetzt aber in den Hintergrund gerückt.
Mit dem "lockeren" Butch sind wir Meister geworden. Der andere Butch . . . hat seine Lockerheit nicht bewahrt.
"Robert hilft" war eine Aktion . . . die der Aids-Hilfe sehr geholfen hat und die ich jederzeit wieder machen würde.
Ich habe die Rückennummer 80, weil . . . ich in dem Jahr geboren wurde.
Wenn Mannheim der FC Bayern München des Eishockeys ist, dann ist Krefeld . . . . der VfL Bochum.
Mein größter Fehler ist, dass . . . ich manchmal zu naiv bin.
Jenny . . . ist meine große Liebe und Stütze.
Mein größter Traum ist . . . in der NHL zu spielen.

HANS ZACH ÜBER ...

. . . den Robert Müller Sportler des Jahres 2003, über den Torhüter des Deutschen Eishockey-Nationalteams: "Er ist Sportler durch und durch. Robert Müller lebt Eishockey zu 100 Prozent. Er hat in seinen jungen Jahren bereits viele Höhen und Tiefen durchgemacht. Das macht ihn stark. Charakterlich ist Robert Müller ein einwandfreier Mensch." Ein tolles Lob vom Bundestrainer!

SEINE ERFOLGE

Deutscher Meister 2001 mit Mannheim,
Deutscher Meister 2003 mit den Krefeld Pinguinen
Deutscher Vizemeister 2002 mit Mannheim
Viermal Bayrischer Jugendmeister mit Rosenheim
Viertelfinale Olympische Spiele 2002 Salt Lake City
Viertelfinale WM 2002 in Schweden
Viertelfinale WM 2001 in Deutschland

Dienstag - 17.02.2004

Von Stephan Esser
 

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Die Rettung für den Meister naht

Mit einem überraschenden 4:1-Sieg kehrten die Krefeld Pinguine aus Frankfurt zurück. Am Dienstag kommt der Tabellennachbar aus Hannover. Dann könnte schon eine Vorentscheidung in Sachen Play-down fallen.

Frankfurt. Als großes Event hatten die Frankfurter Lions das auf Samstag vorverlegte Heimspiel gegen den Gast vom Niederrhein angekündigt. Es wurde auch ein Erlebnis, allerdings nicht für die 6 500 Lions-Fans, sondern für die mitgereisten 200 Krefelder Anhänger. Als Schiedsrichter Petr Chvatal kurz vor 22 Uhr das Spiel des Tabellenzweiten Frankfurt gegen den Deutschen Meister abpfiff, sorgte das 1:4 auf der Stadionuhr für lange Gesichter beim Tabellenzweiten. Der Siegesjubel fand in der Krefelder Ecke statt.
Trainer Bill Stewart, der während des Spiels permanent den obligatorischen Kaugummi traktiert hatte, lächelte verhalten, klatschte seine Spieler ab und genoss sichtlich das überraschende Ergebnis. Mit seiner Ankündigung, eine zweite Partie innerhalb von 24 Stunden störe nicht, behielt er recht. Nach der biederen Vorstellung vom Freitag beim 4:0 gegen Freiburg war ein solches Husarenstück sicher nicht zu erwarten.

Der sich immer mehr zum Retter mausernde Kanadier darf für sich in Anspruch nehmen, bisher alles richtig gemacht zu haben. Ein Wochenende mit sechs Punkten da müssen die Eishockeyfans lange nachdenken. Es war am 19. und 21. September 2003, als mit dem 2:0 in Hannover und dem 2:0 gegen Ingolstadt die volle Punkte-Ernte in die Scheuer gefahren werden konnte.

Diesmal musste lediglich Torhüter Robert Müller einen kleinen Schönheitsfehler bilanzieren und auf den zweiten "Shut-Out" in Folge verzichten, aber bevor er den einzigen Gegentreffer in der Frankfurter Halle am Ratsweg durch Peter Ratchuk bei Krefelder Unterzahl kassierte, hatte er 109 Minuten lang seinen Kasten sauber gehalten, und war einmal mehr der große Rückhalt. Die "French-Connection", am Freitag gegen Freiburg noch blass und ohne Fortune, lief in Frankfurt zu großer Form auf.

Torjäger Robert Guillet war der Angriffs-Held, denn, nachdem er in der 10. Minute den Treffer von Stefan Ustorf erstes Tor für den KEV zusammen mit Robert Müller vorbereitet hatte, schickte er die Löwen mit zwei Toren zum 0:2 (43.) und 1:3 (50.) auf die Verliererstraße. Guillet düpierte den bis dahin überragenden Ian Gordon, der die Gastgeber bei etlichen gestoppten Alleingängen der Krefelder lange im Spiel gehalten hatte. Den Rest besorgte Alexander Selivanov in der 58. Minute mit dem 4:1 mitten in die Schluss-Offensive der Frankfurter hinein.

Die klaren Torchancen hatten, das musste auch Lions-Trainer Rich Chernomaz anerkennen, die Pinguine. Aber der Sieg ist ein Verdienst des gesamten Teams, denn die oft gescholtene Abwehr stand erneut sicher und meist souverän. Hervorragend war das Unterzahlspiel. Selbst bei Drei gegen Fünf behielten die Gäste die Übersicht, ließen in Unterzahl nur den einen Treffer durch Ratchuk zu.

Können die Pinguine Dienstag gegen den Abstiegs-Konkurrenten Hannover Scorpions (20 Uhr) und am Freitag gegen die Augsburger Panther punkten, dürfte sich das Thema Abstieg vorzeitig erledigt haben.

SPIEL-STATISTIK

Frankfurt Lions - Krefeld Pinguine 1:4 (0:1, 0:0, 1:3)
Pinguine: Müller - Kurtz/Kelleher, Dyck/Wright, Dück/Kunce, Luongo/Raubal - Guillet/Beaucage/Yake, Ustorf/Herperger/Selivanov, Appel/Ziesche/Grygiel/Lanier, Rodman
Tore:

0:1 (9:46) Ustorf (Guillet, Müller),
0:2 (42:20) Guillet (Bertrand, Luongo),
1:2 (45:00) Ratchuk (Young, Norris)
1:3 (49:28) Guillet (Beaucage, Luongo),
1:4 (57:31) Selivanov
Zuschauer: 6 700
Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg)
Strafminuten: Frankfurt 20, Krefeld 22 plus 10 Disz. für Ustorf

Sonntag - 15.02.2004

Von Walther Lenders
 

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2004


Ungefährdeter 4:0 Sieg gegen Freiburg

Die Krefeld Pinguine haben sich durch ein 4:0 gegen das DEL-Schlusslicht Freiburg Luft im Abstiegskampf verschafft.

Krefeld. Die Krefeld Pinguine haben den Kampf um den Klassenerhalt in der DEL erfolgreich aufgenommen. Gegen das Tabellenschlusslicht Wölfe Freiburg gab es vor 2 849 Zuschauern in der Krefelder Rheinlandhalle den erwarteten 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)-Sieg. Damit haben die Krefelder das erste der zehn zu "Überlebensspielen" hochstilisierten Restbegegnungen positiv gestaltet und den Abstand zu den Hannover Scorpions auf dem 13. Tabellenplatz auf vier Punkte ausdehnen können. Allerdings kann man die Bewertung des Spieles nur als schwach einstufen.
Zum einen waren die Gäste aus dem Breisgau alles andere als ein gleichwertiger Gegner, aber auch die Pinguine, die sich in der Länderspielpause angeblich konditionell und spielerisch verbessert haben, blieben vieles schuldig. Das Team von Trainer Bill Stewart bekleckerte sich gegen das schwache Team aus dem Schwarzwald wahrlich nicht mit Ruhm, so dass die Zuschauer meist nur Magerkost erlebten. Das Positive der Partie war allerdings, dass die Krefelder mit einem Minimum an Kraftaufwand den glatten Sieg einfuhren und deshalb Samstag um 20 Uhr bei den Frankfurt Lions relativ frisch antreten können. Dann allerdings müssen sie wesentlich mehr als gestern zeigen, wenn sie zu Punkten kommen wollen. Und das hat Stewart ja angekündigt, der mindestens 21 von 30 möglichen Zählern einholen will.

Im ersten Spielabschnitt gab es trotz drückender Überlegenheit der Krefelder viel Gewurschtel vor dem Freiburger Tor. Und wenn die Pinguine einmal in aussichtsreicher Position standen, dann zeigte der Wölfe-Torhüter Rostislav Haas sein Können. Aber auch der tapfere Keeper war machtlos, als Alexander Selivanov in der 19. Minute bei fünf gegen drei Überzahl das 1:0 und 63 Sekunden später bei fünf gegen vier das 2:0 markierte. Auch der dritte Krefelder Treffer durch Eric Bertrand in der 38. Minute fiel bei Überzahlspiel der Pinguine. Auf den vierten Treffer mussten die Zuschauer dann bis zur 44. Minute warten, ehe Terry Yake eine gute Aktion nach Vorlage von Chris Luongo erfolgreich abschließen konnte.

Am Ende durfte sich Pinguine Torhüter Robert Müller über einen Shut-out mit dem 4:0-Erfolg freuen und die Zuschauer spendeten artig Beifall. Bei den Krefeldern fielen gestern vor allem positiv der spielfreudige Stefan Ustorf und der clevere zweifache Torschütze Alexander Selivanov auf. Allerdings muss das Spiel der Pinguine wesentlich druckvoller und konsequenter werden, will man die Abstiegsplätze in den nächsten Begegnungen deutlich hinter sich lassen. Bereits am Dienstag kommt mit den Hannover Scorpions der Tabellenvorletzte in die Rheinlandhalle. Dann müssen sich Trainer Bill Stewart und seine Akteure aber etwas mehr einfallen lassen.

STATISTIK

Krefeld Pinguine - Wölfe Freiburg 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)
Pinguine: Müller - Kurtz/Kelleher, Luongo/Wright, Dück/Kunce, Raubal - Guillet/Beaucage/Bertrand, Yake/Herperger/Selivanov, Rodman/Ustorf/Grygiel, Appel/Lanier/Ziesche
Tore:
1:0 (18:25) Selivanov (Ustorf/Herperger),
2:0 (19:28) Selivanov (Herperger/Ustorf),
3:0 (37:53) Bertrand (Luongo/Guillet),
4:0 (43:27) Yake (Herperger/Selivanov)
Zuschauer: 2 849
Schiedsrichter: Oswald (Bad Wörishofen)
Strafminuten: Krefeld 12, Freiburg 16

Samstag - 14.02.2004

Von Walther Lenders

 

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Ist in 24 Tagen wirklich alles vorbei?

Zehn Spiele gegen den Abstieg muss der deutsche Eishockeymeister bestehen, um den Super-Gau Play-down abzuwenden. Am Freitag ist Auftakt gegen Schlusslicht Freiburg.

Krefeld. Jetzt zählen nur noch Punkte zehn Spiele bis zum Saisonende innerhalb von 24 Tagen, zehn Spiele gegen den Abstieg. Ab Freitag läuft für die Krefeld Pinguine der Count-down um die Zukunft des Krefelder Eishockeys. Während gegenüber der Rheinlandhalle gewerkelt wird, um den König Palast bis Dezember fertig zu stellen, kämpfen die Pinguine in der alt-ehrwürdigen Rheinlandhalle ums Überleben des Krefelder Eishockeys in der DEL. Denn dem Meister von 2003 drohen knapp ein Jahr später nicht nur die Play-downs gegen den Gegner Freiburg, es kann im schlimmsten Falle sogar der Absturz in die 2. Bundesliga eintreten.

Und gleich zum Auftakt des Schlussspurts steigt die Nagelprobe heute (20 Uhr) gegen den Tabellenletzten Wölfe Freiburg. "Wenn wir den Tabellenletzten nicht schlagen, wen denn sonst", fragte Publikumsliebling Robert Müller richtig. Ein Blick in die Statistik erhärtet diese Aussage, denn die Breisgauer haben bisher erst drei Auswärtspunkte mit einem Überraschungssieg in Hamburg zu Beginn der Saison einfahren können.

Trainer Bill Stewart konzentriert die gesamte Aufmerksamkeit auf diese wichtige Begegnung, wollte nicht einen Gedanken an die 24 Stunden später (Sa., 20 Uhr) in Frankfurt stattfindende Begegnung verschwenden.

"Natürlich offensiv", formuliert er die Marschroute, aber wichtiger als das Spielsystem sei für ihn, dass jeder Akteur sein bestes Leistungsvermögen abrufe. Da lässt der akribisch arbeitende Trainer keine Entschuldigung gelten.
"Wir waren in Unterund Überzahl zu schwach, haben zu wenig in der neutralen Zone gearbeitet, waren nicht torhungrig genug", skizzierte er, und fordert aus den letzten zehn Begegnungen 15 Überzahltore, mehr Leidenschaft, aber auch viel Disziplin und Selbstbewusstsein. "Im Training haben alle sehr gut mitgezogen. Wir haben die Fitness verbessert, sind hungrig", sagte Stewart.

Personelle Änderungen gibt es gegenüber den letzten drei Spielen unter seiner Regie nicht. Bis auf den Langzeit-Verletzten Paul Dyck sind alle an Bord. Vor allem von der "French Connection" mit Eric Bertrand, Robert Guillet und dem im Training gut aufgelegten Marc Beaucage sowie der zweiten Reihe mit Terry Yake, Chris Herperger und Alexander Selivanov erwartet er Effizienz und das seien Tore, Tore, Tore.

Für die Abwehr lässt er das Urteil seiner beiden Vorgänger, sie sei zu langsam, nicht gelten. "Sie machen einen guten Job." Aber wie gesagt, alles andere als ein glatter Sieg gegen die auswärts erfolgund glücklosen Freiburger wäre eine Riesenenttäuschung.

Freitag - 13.2.2004

 

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Kölner Haie holen DEB-Pokal - 3:1 über Kassel

Jeffrey John MacLeod (l) von den Huskies nimmt den Kölner Sebastian Furchner in den Schwitzkasten.

Köln (dpa) - Die Kölner Haie haben den deutschen Eishockey-Pokal gewonnen und Bundestrainer Hans Zach den ersten nationalen Titel seit elf Jahren beschert. Die Rheinländer siegten im Finale auf eigenem Eis 3:1 (2:1, 1:0, 0:0) gegen die Kassel Huskies und entschädigten sich für die 4:5-Finalniederlage im vorigen Jahr an gleicher Stelle gegen Adler Mannheim.
Kassel schaffte es nicht, sich nach dem Verpassen der Playoffs in der Deutschen Eishockey-Liga mit dem Cupsieg zu rehabilitieren und muss sich mit 10 000 Euro Prämie trösten. Sieger Köln erhält 20 000 Euro. Der Pokal war in der vergangenen Saison erstmals seit 1988 wieder ausgespielt worden.

Die Kölner hätten schon nach 40 Sekunden in Führung gehen können, der Puck blieb jedoch auf der Torlinie der Huskies liegen. Boris Blank (12.) in Überzahl und Nationalmannschafts-Kollege Eduard Lewandowski (14.) mit einem Solo in Unterzahl sorgten danach für die ersten beiden Tore der Gastgeber. Vor 13 480 Zuschauern in der Köln-Arena verkürzte Mikael Wahlberg (17.) für Kassel, das in der DEL zwei der drei bisherigen Vergleiche gegen die Haie gewonnen hatte.

Auch ohne Torjäger Alex Hicks, Nationalverteidiger Mirko Lüdemann und Dan Bjornlie baute der Vizemeister seinen Vorsprung durch Leo Stefan (32.) wieder aus. Bei einem weiteren Treffer soll Lewandowski den Schlittschuh zu Hilfe genommen haben, das Tor zählte nicht. Kassel, dass auf Nationalspieler Alexander Serikow und Sebastian Jones verzichten musste, schaffte es in der durchschnittlichen Partie nicht mehr, Zachs Mannschaft noch einmal in Gefahr zu bringen.

Artikel vom 10.02.04 21:41
 

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Müllers Appell an die Fans: "Wir brauchen Euch jetzt"

Der Torhüter der Pinguine strahlt vor den letzten zehn Spielen in der DEL Optimismus aus. Auftakt ist am Freitag in der Rheinlandhalle gegen Freiburg.

Krefeld. "Ich bin optimistisch. Wir haben es selber in der Hand, dafür zu sorgen, dass der Abstieg für uns kein Thema wird." Robert Müller, Publikums-Liebling der Krefeld Pinguine, weiß natürlich, dass die Mannschaft gerade in den Heimspielen bisher nicht überzeugte, die Konstanz vermissen ließ. Vor den letzten zehn Spielen mit dem Auftakt am Freitag in der Rheinlandhalle gegen die Wölfe Freiburg, richtete er gestern im Gespräch mit der WZ einen Appell an die Fans.
"Wir brauchen die Fans jetzt mehr denn je", sagte er. Auch wenn die Play-offs weg seien, "kämpfen wir für ein gutes Saisonende und wollen unsere Fans nicht enttäuschen."

Dass der gewöhnlich stets zuvorkommende Rosenheimer auch mal grantig sein kann, zeigte er nach einer blamablen 2:7-Niederlage in Hamburg. Da redete er Fraktur und von Charakterschwäche im Team. Doch der Nationalkeeper ist sicher: "Seither hat sich einiges geändert."

In den letzten drei Spielen (4:3-Erfolg gegen Nürnberg, 2:3 n.P. in Nürnberg und 0:1 in Ingolstadt) habe das Team eine deutliche Steigerung gezeigt. "Wir packen das. Da bin ich mir ganz sicher", ist Müller auch von den Qualitäten von Bill Stewart, dem neuen Trainer, überzeugt. Und er weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er in Mannheim einige Jahren unter Stewart gespielt: "Ich habe mich gefreut, dass sich die Pinguine für ihn entschieden haben."

Müller dementierte Spekulationen, dass er nach der Saison in die Schweiz wechseln würde. In Verbindung gebracht wurde er mit Zürich und Langnau und mutmaßt, dass seine überzeugenden Leistungen beim Spengler-Cup die Gerüchte bei den Eidgenossen ins Kraut schießen ließen.

"Ich habe einen Vertrag in Krefeld bis 2005, und den werde ich auch erfüllen. Allerdings freut es mich auch, wenn man interessant für andere ist. Das lässt sich nicht verhehlen. Für uns geht es nun darum, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu sichern."

Damit blickt Müller zugleich in die Zukunft: "Ich bin sicher, wir bringen die Saison gut zu Ende, und wir werden auch weiterhin in der DEL eine gute Rolle spielen."

Um auch die Zukunft über seine aktive Zeit hinweg im Blick zu haben, jobbt Müller nebenbei beim Tönisberger Marketing-Unternehmen Neno, und sucht Einblick in diese Branche. "Das macht richtig Spaß", meinte der Nationaltorhüter.

Mittwoch - 11.2.2004

Von Stephan Esser und Walther Lenders
 

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2004


Stewart hat jetzt Qual der Wahl

Das Unternehmen Klassenerhalt der Krefelder Pinguine hat begonnen. Cheftrainer Bill Stewart kann auf alle seine Stars setzen.

Krefeld. Der Countdown für das Krefelder Eishockey-Unternehmen Klassenerhalt (Platz 12 mit 46 Punkten) ist angelaufen. Trainer Bill Stewart hatte nahezu seinen kompletten Kader bei den ersten Trainingseinheiten auf dem Eis der Rheinlandhalle. Lediglich der verletzte Ersatzkeeper Markus Janka (Leiste) und der sich für Slowenien im Länderspiel-Einsatz befindliche Marcel Rodman fehlen derzeit im Pinguine-Kader. Rodman kommt am Montag hinzu. "Die Jungs sind nach der kurzen Pause mit viel Intensität dabei. Heute haben wir reichlich Über- und Unterzahl geprobt, und am Nachmittag gab es eine weitere Trainingseinheit im Fitness-Studio", skizziert Co-Trainer Gary Clark die Anforderungen an das Pinguine-Team. Und er stellt fest: "Bill Stewart legt großen Wert auf die Schnelligkeit, die Laufarbeit ist ein wichtiger Bestandteil unseres derzeitigen Übungsprogramms."
Der neue Coach ist zuversichtlich, dass er am nächsten Freitag, wenn das Saison-Finish mit dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten Wölfe Freiburg beginnt, ein Team aufbieten kann, das sich 100-prozentig für den Klassenerhalt einsetzt und frühzeitig die Punkte zur Vermeidung Abstiegsrunde (Letzter gegen Vorletzter nach dem Modus "Best of Seven") einfahren wird. "Es ist schon von Vorteil, dass wir im Augenblick nur einen Nationalspieler (Rodman) abstellen müssen und damit sehr intensiv arbeiten können", hofft Stewart, dass es keine Verletzten geben wird. Mit Eifer ist auch Stefan Ustorf dabei, der die kurze Pause zu einem Besuch bei seiner Familie in den USA genutzt hat. Heute und morgen gibt es jeweils eine Trainingseinheit am Vormittag.

RESTPROGRAMM

14.2. Frankfurt - KEV
17.2. KEV - Hannover
20.2. KEV - Augsburg
22.3. Eisbären - KEV
27.2. KEV - Kassel
29.2. Köln - KEV
02.3. KEV - DEG
05.3. Mannheim - KEV
07.3. KEV - Iserlohn

Samstag - 07.02.2004

Von Walther Lenders

 

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2004


Arena: KEV und All-Star-Game 2006

Holger Rathke wurde Freitag als neuer Hallenmanager des Königpalastes offiziell vorgestellt

Krefeld. Der Mann, der den Königpalast zu einem Veranstaltungsort erster Güte entwickeln will und soll, ist Freitag offiziell in Krefeld vorgestellt worden. Holger Rathke, zuletzt viereinhalb Jahre als Geschäftsführer des Eishockey-Clubs Kölner Haie tätig, hat die Anfänge der Köln-Arena hautnah miterlebt. Ab sofort ist er als Hallenmanager für die Aufgabenbereiche Vermarktung, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation und Logistik verantwortlich.
Bereits jetzt steht das Eröffnungswochenende des Königpalastes an der Westparkstraße in groben Zügen. Künstlernamen wie Pink, Dido und André Rieu fielen gestern, als eine "rockige Geschichte" für die Jugend am 4. Dezember und ein Konzert tags darauf für die "ältere Jugend" genannt wurden. Am Nikolaustag ist ein Eishockey-Event KEV gegen eine DEL-Auswahlmannschaft mit Ex-KEV-Stars wie Karel Lang geplant.

Mit dem Management der Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Kati Witt wird ebenfalls verhandelt. Am 1. Januar 2005 soll ihre