Unser Team der Saison
2003/2004


Name: Steffen Ziesche
Nummer: 8
geb. am: 02.05.1972
Nationalität: Deutsch
Grösse: 183 cm
Gewicht: 83 kg
Vorjahr: Krefeld Pinguine












„Es war ein Ziesche-Tor“, so hallte es bei der Meisterfeier und auch bei der Saisoneröffnung immer wieder durch die Masse der KEV-Fans. Wenn auch das entscheidende 2-1 im 5. Spiel gegen Köln von Christoph Brandner erzielt wurde, so löste das 3-1 von Steffen Ziesche alle Anspannung. Die Dämme brachen und die Meisterschaft war perfekt. Durch harte Arbeit insbesondere in Unterzahl machte er sich in den Playoffs unverzichtbar und kaum einer hätte das entscheidende Tor mehr verdient gehabt als der 183 cm große und 83 kg schwere gebürtige Berliner. Dort, in der Jugend der Eisbären, begann auch seine Karriere und mit 21 Jahren gab er 1983 sein Debüt im Profi-Team. 7 Tore und 15 Punkte konnte er in 40 Spielen verbuchen und die damals finanziell sehr klammen Eisbären konnten das Talent nicht halten. Die Frankfurt Lions holten ihn nach „Mainhattan“, doch er konnte die Vorschußlorbeeren nicht rechtfertigen. In zwei Jahren von 1994-96 kam er in 81 Spielen auf lediglich 2 Tore und 19 Punkte. Er hatte das Pech, dass dies genau in die Zeit der Ausländerschwemme in der DEL fiel und so galt er bereits mit 24 als gescheitert. Er ging in die Britische Superleague und konnte sich in Cardiff mit 8 Toren und 16 Punkten aus 20 Spielen als Scorer einen Namen machen. So holte ihn der EV Duisburg zurück nach Deutschland und in den letzten 19 Saisonspielen kam er noch auf 22 Punkte (12 Tore). Das war der Auftakt zu einer Karriere als überdurchschnittlicher Scorer in den unteren deutschen Ligen. Noch ein weiteres Jahr blieb er in Duisburg und konnte mit 67 Punkten (28 Toren) aus 50 Spielen durchaus überzeugen. So nahm ihn der EC Harz aus Braunlage unter Vertrag. Auch hier gehörte er zu den besten Scorern, wenn auch seine Bilanz mit 52 Punkten (23 Toren) aus 61 Spielen nicht mehr ganz so gut war wie in der Vorsaison. Also ging die Reise für ihn weiter und er bekam eine neue Chance in Erding. In der Oberliga gehörte er zu den dominanten Spielern und führte die Jets mit 96 Punkten und 45 Toren in 63 Spielen in die zweite Liga. Auch hier war er einer der Leader des Teams und konnte in 45 Spielen 46 Punkte (20 Tore) verbuchen. So wurde man beim KEV auf ihn aufmerksam. Die Stimmen der vielen Zweifler am Niederrhein verstummten schnell, als sich Steffen als unerbittlicher Arbeiter in Szene setzte und sogar mit 7 Toren und 14 Punkten ein gutes offensives Potential offenbarte. Seine große Stärke aber lag in der Defensive und er wurde mehr und mehr zum Unterzahlspezialist. Zusammen mit Thomas Brandl bildete er eine gute dritte Reihe und konnte sogar einige entscheidende Treffer verbuchen.

Auch im Meisterjahr war der Rechtsaußen keiner der Topscorer des Teams, wenn auch 2 Tore und 15 Punkte in seiner Statistik stehen, doch er gehörte zu den besten Unterzahlspielern der Liga, was sich insbesondere in den Playoffs auszahlte. Er trug einen großen Teil dazu bei, das Penalty killing des KEV auf eine Traumquote von über 90% zu bringen und damit insbesondere den Eisbären Berlin, die in der Saison das beste Überzahlspiel der Liga gestellt hatten, den Zahn zu ziehen. Sein einziges Playoff-Tor sorgte dann wie erwähnt für unglaubliche Jubelstürme am Niederrhein und wird ohne jeden Zweifel für immer einen festen Platz in der Sportgeschichte Krefelds haben.

Noch ein Jahr läuft Steffens Vertrag in der Seidenstadt und er wird weiterhin für defensive Stabilität, viel Kampfgeist und den einen oder anderen offensiven Moment sorgen.

Spielweise

Steffen ist ein guter Allrounder, der eigentlich alle Kategorien des Spiels solide beherrscht. Er ist ein guter Skater, versteht es, solide mit der Kelle umzugehen, kann einen gepflegten Pass spielen und ist auch für das ein oder andere Tor gut, wenn er auch nicht der Torjäger vor dem Herren ist. Er ist unheimlich wichtig für das Team und verfügt über ein enormes taktisches Verständnis. Er kann das Spiel gut lesen und versteht es, sich dementsprechend auf dem Eis zu positionieren. Dieses starke Stellungsspiel, das sicherlich auch Ausdruck einer mittlerweile recht großen Erfahrung ist, macht ihn auch zu einem der besten Unterzahlspezialisten im Team. Er ist ein Kämpfer und ein Leader im Team, der es sowohl auf dem Eis als auch in der Kabine versteht, seine Mannschaftskameraden mitzureißen und zu motivieren.

Das planen die Trainer

Steffen wird die Saison aller Voraussicht nach an der Seite von Jonas Lanier beginnen und einen eher defensiven Part übernehmen. Allerdings könnte sich dies mit der Rückkehr von Thomas Brandl ins Team schnell ändern. Er ist einer der Spieler, die noch keine festen Partner haben und in dieser Hinsicht von den Verletzungen Brandls und Herpergers betroffen sind. Seine Spielintelligenz und Erfahrung macht es ihm aber leicht, sich auf neue Mitspieler einzustellen, so dass dies kein großes Problem darstellen sollte.

Im Überzahlspiel wird er wohl kaum zum Einsatz kommen, in Unterzahl aber ist er absolut gesetzt. Hier ist er als eine der absoluten Säulen geplant und soll an die überragenden Leistungen der Playoffs so weit wie möglich anknüpfen. Wie sehr Butch Goring auf ihn baut, wie stark er auch seine Führungsqualitäten auf und neben dem Eis schätzt kann man auch an der Entscheidung ersehen, ihn zum Kapitän zu ernennen. Die Spekulationen drehten sich um die etablierten wie Luongo, Wright, Yake oder Kunce und alle waren überrascht, als es Steffen wurde. Zur Einordnung dieser Entscheidung denke man an Gorings Ausspruch vor den Playoffs zurück: „Meister wird man nicht durch die ersten beiden, sondern durch die dritte und vierte Reihe. Diese entscheiden die wichtigen Spiele“ und dazu hat Steffen im Frühjahr 2003 einen riesigen Teil beigetragen und die Entscheidung, ihn zum Kapitän zu machen erscheint daher eigentlich nur folgerichtig.

[zurück]