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Name:
Steffen Ziesche
Nummer: 8
geb. am: 02.05.1972
Nationalität: Deutsch
Grösse: 183 cm
Gewicht: 83 kg
Vorjahr: Krefeld Pinguine
„Es war ein Ziesche-Tor“, so hallte es bei der Meisterfeier und auch bei der
Saisoneröffnung immer wieder durch die Masse der KEV-Fans. Wenn auch das
entscheidende 2-1 im 5. Spiel gegen Köln von Christoph Brandner erzielt
wurde, so löste das 3-1 von Steffen Ziesche alle Anspannung. Die Dämme
brachen und die Meisterschaft war perfekt. Durch harte Arbeit insbesondere
in Unterzahl machte er sich in den Playoffs unverzichtbar und kaum einer
hätte das entscheidende Tor mehr verdient gehabt als der 183 cm große und 83
kg schwere gebürtige Berliner. Dort, in der Jugend der Eisbären, begann auch
seine Karriere und mit 21 Jahren gab er 1983 sein Debüt im Profi-Team. 7
Tore und 15 Punkte konnte er in 40 Spielen verbuchen und die damals
finanziell sehr klammen Eisbären konnten das Talent nicht halten. Die
Frankfurt Lions holten ihn nach „Mainhattan“, doch er konnte die
Vorschußlorbeeren nicht rechtfertigen. In zwei Jahren von 1994-96 kam er in
81 Spielen auf lediglich 2 Tore und 19 Punkte. Er hatte das Pech, dass dies
genau in die Zeit der Ausländerschwemme in der DEL fiel und so galt er
bereits mit 24 als gescheitert. Er ging in die Britische Superleague und
konnte sich in Cardiff mit 8 Toren und 16 Punkten aus 20 Spielen als Scorer
einen Namen machen. So holte ihn der EV Duisburg zurück nach Deutschland und
in den letzten 19 Saisonspielen kam er noch auf 22 Punkte (12 Tore). Das war
der Auftakt zu einer Karriere als überdurchschnittlicher Scorer in den
unteren deutschen Ligen. Noch ein weiteres Jahr blieb er in Duisburg und
konnte mit 67 Punkten (28 Toren) aus 50 Spielen durchaus überzeugen. So nahm
ihn der EC Harz aus Braunlage unter Vertrag. Auch hier gehörte er zu den
besten Scorern, wenn auch seine Bilanz mit 52 Punkten (23 Toren) aus 61
Spielen nicht mehr ganz so gut war wie in der Vorsaison. Also ging die Reise
für ihn weiter und er bekam eine neue Chance in Erding. In der Oberliga
gehörte er zu den dominanten Spielern und führte die Jets mit 96 Punkten und
45 Toren in 63 Spielen in die zweite Liga. Auch hier war er einer der Leader
des Teams und konnte in 45 Spielen 46 Punkte (20 Tore) verbuchen. So wurde
man beim KEV auf ihn aufmerksam. Die Stimmen der vielen Zweifler am
Niederrhein verstummten schnell, als sich Steffen als unerbittlicher
Arbeiter in Szene setzte und sogar mit 7 Toren und 14 Punkten ein gutes
offensives Potential offenbarte. Seine große Stärke aber lag in der
Defensive und er wurde mehr und mehr zum Unterzahlspezialist. Zusammen mit
Thomas Brandl bildete er eine gute dritte Reihe und konnte sogar einige
entscheidende Treffer verbuchen.
Auch im Meisterjahr war der Rechtsaußen keiner der Topscorer des Teams, wenn
auch 2 Tore und 15 Punkte in seiner Statistik stehen, doch er gehörte zu den
besten Unterzahlspielern der Liga, was sich insbesondere in den Playoffs
auszahlte. Er trug einen großen Teil dazu bei, das Penalty killing des KEV
auf eine Traumquote von über 90% zu bringen und damit insbesondere den
Eisbären Berlin, die in der Saison das beste Überzahlspiel der Liga gestellt
hatten, den Zahn zu ziehen. Sein einziges Playoff-Tor sorgte dann wie
erwähnt für unglaubliche Jubelstürme am Niederrhein und wird ohne jeden
Zweifel für immer einen festen Platz in der Sportgeschichte Krefelds haben.
Noch ein Jahr läuft Steffens Vertrag in der Seidenstadt und er wird
weiterhin für defensive Stabilität, viel Kampfgeist und den einen oder
anderen offensiven Moment sorgen.
Spielweise
Steffen ist ein guter Allrounder, der eigentlich alle Kategorien des Spiels
solide beherrscht. Er ist ein guter Skater, versteht es, solide mit der
Kelle umzugehen, kann einen gepflegten Pass spielen und ist auch für das ein
oder andere Tor gut, wenn er auch nicht der Torjäger vor dem Herren ist. Er
ist unheimlich wichtig für das Team und verfügt über ein enormes taktisches
Verständnis. Er kann das Spiel gut lesen und versteht es, sich
dementsprechend auf dem Eis zu positionieren. Dieses starke Stellungsspiel,
das sicherlich auch Ausdruck einer mittlerweile recht großen Erfahrung ist,
macht ihn auch zu einem der besten Unterzahlspezialisten im Team. Er ist ein
Kämpfer und ein Leader im Team, der es sowohl auf dem Eis als auch in der
Kabine versteht, seine Mannschaftskameraden mitzureißen und zu motivieren.
Das planen die Trainer
Steffen wird die Saison aller Voraussicht nach an der Seite von Jonas Lanier
beginnen und einen eher defensiven Part übernehmen. Allerdings könnte sich
dies mit der Rückkehr von Thomas Brandl ins Team schnell ändern. Er ist
einer der Spieler, die noch keine festen Partner haben und in dieser
Hinsicht von den Verletzungen Brandls und Herpergers betroffen sind. Seine
Spielintelligenz und Erfahrung macht es ihm aber leicht, sich auf neue
Mitspieler einzustellen, so dass dies kein großes Problem darstellen sollte.
Im Überzahlspiel wird er wohl kaum zum Einsatz kommen, in Unterzahl aber ist
er absolut gesetzt. Hier ist er als eine der absoluten Säulen geplant und
soll an die überragenden Leistungen der Playoffs so weit wie möglich
anknüpfen. Wie sehr Butch Goring auf ihn baut, wie stark er auch seine
Führungsqualitäten auf und neben dem Eis schätzt kann man auch an der
Entscheidung ersehen, ihn zum Kapitän zu ernennen. Die Spekulationen drehten
sich um die etablierten wie Luongo, Wright, Yake oder Kunce und alle waren
überrascht, als es Steffen wurde. Zur Einordnung dieser Entscheidung denke
man an Gorings Ausspruch vor den Playoffs zurück: „Meister wird man nicht
durch die ersten beiden, sondern durch die dritte und vierte Reihe. Diese
entscheiden die wichtigen Spiele“ und dazu hat Steffen im Frühjahr 2003
einen riesigen Teil beigetragen und die Entscheidung, ihn zum Kapitän zu
machen erscheint daher eigentlich nur folgerichtig.
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