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Name:
Marcel Rodman
Nummer: 81
geb. am: 25.09.1981
Nationalität: Slowenisch
Grösse: 184 cm
Gewicht: 83 kg
Vorjahr: EC Graz
Aus Österreich zum KEV? Da war doch was? Diesen Gedanken hatten sicherlich
in ähnlicher Form viele KEV-Fans und dachten in erster Linie an Christoph
Brandner, den uneingeschränkten Publikumsliebling der letzten Jahre. Doch
kann man Brandner und Rodman vergleichen? Eher nicht. Der bullige
Österreicher pflegte ein physisches, auf Athletik ausgelegtes Spiel mit
direktem und gradlinigem Zug zum Tor. Der am 25.09.1981 in Jesenice,
Slowenien geborene Neuzugang bevorzugt ein technisches, eher an
Osteuropäische Eishockeyschule angelehntes und finessenreiches Auftreten.
Doch in einem sind sie vergleichbar: Beide wurden schon vor der Saison
kritisiert, weil keiner wusste, ob sie die Anforderungen der Liga erfüllen
und beide gehörten in Österreich zu den gefürchtetsten Torjägern. Rodman,
der 184 cm große und 83 kg schwere Flügelstürmer, begann seine eigentliche
Karriere mit einer Auslandserfahrung. Nachdem er für Slowenien an der
Junioren C-WM 1999 teilgenommen hatte wechselte er im Alter von 17 Jahren
nach Nordamerika und sammelte Erfahrungen in der OHL, einer kanadischen
Juniorenliga. Hier wollte er sich bei den Peterborough Petes, die schon
absolute Weltstars wie Steve Yzerman hervorbrachten, durchsetzen und das
gelang ihm durchaus. 37 Punkte (17 Tore) in 61 Spielen seiner ersten und 71
Punkte (36 Tore) in wiederum 61 Partien seiner zweiten Saison sind durchaus
keine schlechte Bilanz. Das sahen auch die Boston Bruins so, denen er eine
Ziehung in der 9. Runde an Position 282 des 2001er Draftes wert war. Bei der
Junioren-WM 2000 konnte er außerdem erstmals auch international für Furore
sorgen, als er in 4 Einsätzen ganze 3 Tore und 8 Punkte bei einer +/- von +4
verbuchte. Auch noch in seiner Petes-Zeit, im Sommer 2001, nahm er mit
Slowenien erstmals an der Senioren-WM teil. Bei 5 Spielen konnte er hier 2
Tore und 5 Punkte erzielen und damit ein hervorragendes Debüt auf der
internationalen Bühne außerhalb der Junioren erzielen. Außerdem zählte zu
seiner Statistik bei diesem Turnier eine hervorragende +/- Statistik von +7.
Hinzu kam eine erneute Teilnahme bei der Junioren-WM, wo er in 4 Einsätzen
erneut Dominanz ausstrahlte und 5 Tore und 6 Punkte bei +3 erzielte.
So hatte sich Marcel als absoluter Topspieler seines Landes eigentlich schon
im Alter von 20 Jahren etabliert und wollte jetzt auch im Seniorenbereich
spielen. Er ging zurück nach Slowenien, wo er sich wieder seinem
Heimatverein Acroni Jesenice anschloss. Mit diesen nahm er sowohl an der
Slowenischen Meisterschaft, als auch an der Alpenliga teil. Im erstgenannten
Wettbewerb erzielte er in 9 Spielen 12 Tore und 18 Punkte und auch in der
internationalen Liga mit guten Teams aus Österreich und Italien konnte er in
7 Spielen mit 4 Toren und 6 Punkten, sowie hervorragenden +8 absolut
überzeugen. Nach dieser Saison, im Sommer 2002, erfolgte dann der bisherige
Höhepunkt seiner Karriere. Bei der A-WM avancierte er zum Top-Torjäger des
Turniers und konnte 6 Tore und 7 Punkte in 6 Spielen verbuchen und seine +/-
von -1 war in einem Team am unteren Ende der Leistungsskala durchaus nicht
schlecht. Zur vergangenen Saison wechselte er dann nach Österreich. Beim EC
Graz kam er auf 44 Matches. Dabei wies er mit 22 Toren und 46 Punkten eine
sehr gute Bilanz auf und nur seine +/- von -12 war – erstmals in seiner
Karriere – eher schlecht. Allerdings war Graz eines der schwächsten Teams
der Liga und so war ein guter Wert praktisch nicht zu erreichen. Bei der WM
in Schweden richteten dann alle KEV-Fans ihre Augen auf den Neuzugang, doch
er schlug nicht wieder so ein, wie im Jahr zuvor. Ein Tor und 2 Punkte,
sowie -4 lautete die Statistik.
In seiner ganzen Karriere kassierte er nie mehr als 16 Strafminuten in einer
Saison, ist also ein überaus fairer Spieler. In Krefeld läuft sein Vertrag
zunächst über ein Jahr, beinhaltet aber eine Option auf eine weitere Saison
Spielweise
Marcel ist ein technisch extrem starker und sehr begabter Spieler, der die
ganze Palette des offensiven Arsenals überaus gut beherrscht. Er ist einer
der besten Skater im Team, wobei er sowohl schnell, als auch beweglich ist.
Er verfügt über einen überdurchschnittlichen Pass und ist gut im Abschluss.
Allerdings ist er ein eher eindimensionaler Spieler, der das Defensivspiel
weniger liebt und sich vorzugsweise auf die Offensive beschränkt, was aber
nicht bedeutet, dass er die eigene Zone meiden würde. Seine größte Schwäche,
die sich eventuell insbesondere in einem so kanadisch geprägten Team wie den
Pinguinen auswirken könnte, ist sein mangelhaftes Körperspiel. Er scheut
generell eher vor diesem zurück und wählt lieber den eleganten Weg,
spielerisch zum Erfolg zu kommen.
Generell ist er ein Spieler, der sowohl mit Spielmacherqualitäten
ausgestattet ist, als auch mit einem guten Abschluss. Alles in allem ist er
vielleicht etwas mehr Torjäger denn Vorbereiter, aber eine eindeutige
Zuordnung zum Typ „Sniper“ lässt sich nicht treffen.
Was ihm, neben dem Körperspiel, sicher noch am meisten fehlt ist, und das
erklärt sich aus seinem Alter, Erfahrung. Dieser Mangel äußert sich
insbesondere in wichtigen Spielsituationen und im Stellungsspiel, speziell
in der Defensive. Offensiv wird hier die mangelnde Erfahrung durch eine gute
„Nase“ für die Situation kompensiert.
Das planen die Trainer
Zu Saisonbeginn wird Marcel mit Terry Yake und Rob Guillet auflaufen.
Erfüllt er dann die Erwartungen besonders offensiv, dann dürfte er nach der
Rückkehr Chris Herpergers mit diesem und Yake ein Gespann bilden, sodass
Guillet in die „Frech connection“ zurückkehren könnte. Allerdings steht
davor natürlich zunächst das Fragezeichen, wie er sich als junger Spieler in
der harten Liga zurecht findet und klappt das nicht wie erwünscht, so würden
die Trainer neu über seine Verwendung nachdenken. Im Überzahlspiel wird man
ihn zumindest ausprobieren und er wird wahrscheinlich speziell zu
Saisonbeginn einige Bewährungschancen bekommen. Im Unterzahlspiel ist er
nicht vorgesehen. Dieses bleibt den Defensivspezialisten vorbehalten.
Zusammenfassend kann man bei ihm nur sagen: Auch die Trainer warten ab, wie
er sich entwickelt. Es liegt an ihm, an seinen Leistungen, in welcher Rolle
er sich im Team wiederfinden wird.
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