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Trainer
Name: Butch Goring
Interviews mit dem Krefelder Coach beinhalten oft einen Kameraschwenk auf
seine Hand, an der oft ein dicker Ring zu finden ist: Ein Stanleycup-Ring
und der weist ihn als Mitglied des elitären Clubs der Personen aus, die die
begehrteste Eishockeytrophäe der Welt schon erringen konnten. Doch Goring
zählt nicht zu der Gruppe von Spielern, die einmal zufällig als Mitläufer im
richtigen Team waren, er war einer der Leistungsträger eines der besten
Teams der Geschichte und konnte diesen Titel gleich 4 Mal in Serie gewinnen
und gehört daher in einen Atemzug mit Namen wie Gretzky, Messier, Bossy,
Trottier, Fuhr, Coffey und ähnlichen!
Eigentlich galt der am 22.10.1949 in St. Boniface, Manitoba (Kanada)
geborene Torjäger mit 178 cm Körpergröße als eher zu klein für die beste
Liga der Welt. Doch schon zu Beginn seiner Karriere machte er dies durch
viel Einsatz, unbändigen Willen und eine enorme mentale Stärke wett. Dennoch
musste er bis zur 5. Runde des 1969er Drafts warten, ehe die Los Angeles
Kings seinen Namen aufriefen und sich so seine Rechte sicherten. Doch
vergleicht man die damals wesentlich kleinere Liga mit der heutigen Zeit, so
relativiert sich auch dies: Die 51. Gesamtposition würde heute der zweiten
Runde entsprechen!
Spätestens ab 1971 zeigte sich dann, dass die Kings durchaus ein sehr
sicheres Händchen hatten, als sie ihn zogen. Er spielte insgesamt 11 Jahre
(1969-1980) für das Team aus der Filmstadt und konnte vom erwähnten Jahr
1971 an immer mindestens 20 Treffer verbuchen. Gar 30 Treffer oder mehr
erreichte er ebenfalls 5 Mal in Folge (1975-79). Außerdem konnte er in
seiner Zeit bei den Kings gleich zwei Persönliche Auszeichnung, sogenannte
Trophies erringen. 1978 bekam er sowohl die Lady Bing Memorial Trophy (als
fairster Sportsmann der Liga und „Gentleman“ auf dem Eis) als auch die Bill
Masterson Trophy (Sportsgeist und Führungsqualitäten) zugesprochen. So
etablierte er sich als Torjäger, insbesondere aber als Leadertyp in der
Elite der Liga und folglich zeigten viele andere Teams Interesse an ihm.
Letztlich kam es dann wie erwähnt im Frühjahr 1980 zu dem Trade, der aus dem
Spitzenspieler Butch Goring den Teil einer Legende machte. Die New York
Islanders, mit einem Kader aus Ausnahmespielern wie Mike Bossy, Brian
Trottier oder Steve Potvin suchten noch den letzten Stein im Mosaik einer
Eishockeydynastie und glaubten diesen in dem kleinen Kämpfer Goring gefunden
zu haben. Mit Billy Harris, ebenfalls ein guter Scorer, und Verteidiger Dave
Lewis (heute Coach des Top-Teams Detroit Red Wings) war man bereit, gute
Spieler für ihn abzugeben, doch Butch rechtfertigte dieses Vertrauen. Vier
mal, von 1980-83, konnten die Islanders wie gesagt den Titel erringen,
Goring gehörte insbesondere in den Playoffs regelmäßig zu den Topspielern
und wurde dafür im Jahr 1981 mit seiner dritten Trophy, der vielleicht
wertvollsten überhaupt, ausgezeichnet: Er bekam die Conn Smythe Trophy als
wertvollster Spieler der Playoffs. In den Playoffs 1984 endete dann die
Dynastie der Islanders und wurde von einer neuen abgelöst, als die berühmten
Edmonton Oilers um Wayne Gretzky ihre Dominanz begannen. So blieb es bei
vier Meisterschaften für Goring und im Jahr 1984/85 wechselte er zu den
Boston Bruins, wo er nach der Saison seine ruhmreiche Karriere beendete und
hinter die Bande wechselte. Er wurde sofort Cheftrainer und war durchaus
erfolgreich, als er sein Team in die Playoffs führte. Doch der Saisonstart
im Jahr 1986 misslang völlig und er musste früh seinen Hut nehmen. Butch
wechselte daraufhin zunächst ins Lager der Junioren und coachte das Team der
Spokane Chiefs (WHL). Die dortigen Erfolge sorgten dafür, dass er über die
Capital District Islanders (AHL) und Las Vegas Thunder (IHL) zu den Denver
Grizzlies (IHL) kam, wo er zwei Mal die Commissioners’ Trophy als bester
Coach erringen konnte. Außerdem konnte er in seinen 5 Jahren bei dem Team,
das während seiner Ägide nach Utah umzog und fortan als Utah Grizzlies
firmierte, zwei Mal den IHL-Titel erringen. Diese tollen Leistungen
qualifizierten ihn für ein erneutes NHL-Engagement. Er kehrte an die Stätte
seiner größten Erfolge zurück und heuerte 1999 bei den New York Islanders
an. Allerdings stellten diese mittlerweile keine Startruppe mehr. Vielmehr
waren die Isles mittlerweile ein „Low Budget Team“ und für das Tabellenende
fest gebucht. Auch Goring konnte daran nichts ändern und so endete sein
erneuter Aufenthalt auf Long Island im Jahr 2001.
Butch wollte nicht zurück in die Minors und suchte folglich eine neue
Herausforderung in Europa. Zunächst übernahm er kurz vor Ende der Saison
2001/02 die Frankfurt Lions. Diese waren aber schon so weit abgeschlagen,
dass selbst die guten Leistungen unter seiner Regentschaft das Team nicht
mehr in die Playoffs führen konnten. Da man im folgenden Jahr auf den
ehemaligen Mannheimer Meistercoach Lance Nethery setzte wurde sein Vertrag
am Main nicht verlängert. Viele Fans waren enttäuscht, dass der erfolgreiche
und sehr offene Trainer den Verein verlassen musste, aber für den KEV erwies
es sich als Glücksfall. Als es sportlich nicht lief wie gewünscht, da
entschieden sich die Pinguine kurz nach der Deutschlandcup-Pause, den
sportlichen Stab weiter zu verstärken. Die Chance, einen so etablierten
Fachmann wie Goring zu bekommen wollte man einfach nicht verstreichen lassen
und installierte ihn als sportlichen Leiter. Doch in der Folge gab es einige
sportliche Enttäuschungen und einigen Ärger hinter den Kulissen, was
letztlich zur Trennung vom damaligen Trainer Chris Valentine führte. Goring
wechselte hinter die Bande und formte das Team zu einer echten Mannschaft.
Er ließ kontrollierter und körperbetonter spielen und langsam wurde das Team
immer kompakter. Die Playoffs wurden zwar erst am vorletzten Spieltag
gesichert, aber die Ausrichtung war hauptsächlich auf die Fitness im
März/April ausgerichtet. Dies bekamen die Gegner aus Düsseldorf, Berlin und
Köln zu spüren und durch ein überlegenes System, eine hervorragende
Motivationsfähigkeit und viel Leidenschaft konnte der Titel nach Krefeld
geholt werden.
Goring gilt landläufig als der Hauptverantwortliche für diese Sensation und
so zögerten die Verantwortlichen nicht lange, ihn auch langfristig an den
KEV zu binden. Zwei Jahre läuft sein Vertrag, beinhaltet aber eine Option
auf Vertragsverlängerung. Sicher ist Goring der profilierteste Trainer, der
je in Krefeld arbeitete und in jedem Falle ist er auch der erfolgreichste
seit über 50 Jahren!
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